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Hallo da draußen und willkommen zurück auf Literarisches!

Neulich habe ich in einem Instagram Post einen kurzen Beitrag – beziehungsweise einen kurzen Gedankengang, denn die Bildunterschriften von Instagram Posts eigenen sich leider nicht ganz so gut für allzu lange Textbeiträge – darüber geschrieben, wie sich meine Sicht zu Buchbewertungen und zwar vor allem zu sehr knappen Bewertungen in der Form klassischer „so und so viel“ von „so und so viel möglichen“ Punkten verändert hat.

Ich habe schon immer gerne alles mögliche sortiert, organisiert und katalogisiert, was mir in meinem Leben und meinem Alltag in die Quere gekommen ist und so ist es relativ offensichtlich, dass ich bereits seit Jahren jährliche Leselisten führe, in denen ich notiere, welche Bücher, Texte oder Zeitschriften ich in eben diesem Jahr gelesen habe.

Irgendwann zwischen 2017 und 2019 habe ich damit angefangen diesen Listen, die lange wirklich nur aus dem Titel der Texte bestanden, immer mehr Kategorien hinzuzufügen, mit dem Ergebnis, dass aus meinen Leselisten irgendwann ganze Tabellen und halbe Rezensionen wurden, ohne dass ich diese jemals wirklich weiter nutzte.

Zwar würden die ein oder anderen „Productivity Gurus“ nun vielleicht etwas einwerfen wie „Ist ja super, dann kannst du nach jedem Lesen gleich ganz einfach eine Rezension schreiben!!“, aber das sollte niemals das Ziel meiner Listen werden. Eine Leseliste ist für mich eben doch keine Blogbeitragschreibmaschine, sondern nur eine bescheidene kleine Liste der Bücher und Texte, die mich über ein Jahr begleitet haben.


Nachdem ich also im Laufe der Zeit immer weniger Freude daran fand meine Leseliste auszufüllen, begann ich zu hinterfragen, welchen Sinn die Vielzahl an Kategorien, die ich einem Buch in dieser zuordnete, überhaupt hatte.

Das Ziel dieser Kategorien im Allgemeinen ist eines, das ich bis heute sehr schätze und auch so weiter verfolge, denn ich mag es zu wissen, dass ich beispielsweise auf einen Blick sehen könnte, welche Bücher ich jemals (in den letzen Jahren jedenfalls) zu einem abstrakten oder konkreten Thema gelesen habe. Solche Sortiereungen machen mir zum einen einfach Spaß, haben sich aber zum anderen auch schon als sehr praktisch, zeitsparen und sinnvoll erwiesen.

Dennoch wurde mir auch klar, dass nicht jede dieser Kategorien wirklich notwenig ist um einen Überblick zu erhalten und ganz im Gegenteil, füge ich zu viele zu konkrete Kategorien hinzu, so entstehen genau diese thematischen Verbindungen irgendwann nicht mehr.


Die andere Kategorie, deren Sinn ich noch nie ganz verstanden hatte waren Sternebewertungen. Diese simplen und (natürlich ohne Frage) praktischerweise sehr konkreten Einteilungen von Büchern in verschiedene Punktekategorien, habe ich eigentlich nur übernommen, da ich sie bei so vielen anderen Viellesern und Apps wie Goodreads immer wieder gesehen hatte; also muss das ja wichtig sein, dachte ich mir.

Zwar eigenen sich solche Bewertungen sehr gut für Beiträge wie „Meine Top 10 Bücher 2021“ (was auch der Grund ist, weshalb ich diese Kategorie immer noch weiterführe), aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich einfache Sternebewertungen von Texten eben doch nichts weiter sind als eine kurze, sehr intuitive oder unnötig verkomplizierte Einordnung, die uns aber nichts weiter sagt. Seitdem versuche ich viel mehr einen Text oder ein Buch über andere Grundlagen einzuschätzen und zu bewerten und von „ich mag es – ich mag es nicht“ Kategorien oder von der Skala von 0 bis zum perfekten Buch 5 immer weiter abzuweichen.

Denn gerade, weil ich persönlich dazu tendiere fast jedes Buch grundsätzlich zu mögen, einfach da es ein Buch ist, hatte ich schon immer Schwierigkeiten Texte auf diese Weise einzordnen. Außerdem, welchen Unterschied macht es schon, ob ich ein Buch mit 2 von 5, 3,5 von 5 oder 7 von 10 Punkten einordne?

Ich hoffe dieser Beitrag war interessant und unterhaltsam!

Vielen Dank fürs Lesen, ich wünsche euch eine schöne Woche!

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