30 Days of Minimalism – Wie sich mein Konsumverhalten verändert hat

Das erste Mal gehört habe ich von der „30 days of minimalism“-Challenge vor längerer Zeit in einem YouTube Video. Damals hat mein Interesse daran jedoch nicht viel länger angehalten, als das Video selbst überhaupt gedauert hat und erst im Oktober letzten Jahres wagte ich mich schließlich selbst daran.

Die Gründe dafür waren relativ simpel: Ich hatte Zeit, brauchte Veränderung und hatte bereits in einer größeren Aufräumaktion kurz nach Abschluss meines Abiturs (genauer gesagt dem Tag meiner letzten Prüfung) und vor Beginn meiner „ganz großen Ferien“ gemerkt, wie befreiend dieses Loswerden sein kann.

Der Aufbau dieses Monatsprojekts ist einfach und zwar wird im Laufe eines beliebigen Monats jeden Tag die Anzahl an Gegenständen aussortiert, die der Nummer des jeweiligen Tages entspricht. An Tag 1 wird also ein Gegenstand, zum Beispiel ein Kleidungsstück aussortiert, an Tag 31 kann gleich ein ganzer Schubladeninhalt von 31 alten T-Shirts vor die Tür gesetzt werden, theoretisch.

Die „Opfer“ meiner „30 Days of Minimalism“-Challenge waren tatsächlich zu großen Teilen den Kategorien Kleidung und Schreibmaterialien zuzuordnen, weshalb eine Aufzählung der Gesamtheit meiner Aussortierten Teile an dieser Stelle auch recht uninteressant wäre. Was mir dabei auffiel war, dass ich in den letzten zwei, drei Jahren zwar durchaus meinen persönlichen Kleidungsstil gefunden habe, diese ästhetische Selbstfindung jedoch mit einem etwas größeren Überschuss an, aus meiner Sicht, untragbar gewordenen Teilen einherging.

Ausgehen von den Kategorien rund um Kleidungsstücke und kreative Werkzeuge bin ich in den Wochen und Monaten nach dieser Minimalismus Aufgabe was mein Konsumverhalten und meinen Alltag betrifft immer wieder zu folgenden Grundsätzen gekommen.

I. Minimalismus und Alltagstauglichkeit

Vertraut man dem Konzept der Numerologie, so ist die Zahl Drei die Zahl des Glücks und Erfolgs. Zwar liegt die Einschätzung Wahrheit hinter dieser Aussage völlig außerhalb meiner Kompetenzen, dennoch halte ich Drei für die perfekte Zahl an Gegenständen einer Kategorie. Sie ist klein genug um eine Übersicht zu behalten und Überschuss vorzubeugen, aber groß genug um eine gewisse Abwechslung und Praktikabilität in den Alltag zu bringen. So brauche ich beispielsweise definitiv keine Unmengen an Halstüchern und Schals, aber dennoch ist es schön je einen passenden pro Jahreszeit oder Anlass zu besitzen

II. Fast Fashion – Der Minimalismus Endgegner

Es würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, würde ich nun einen Text rund um die Problematik der schnelllebigen Modeindustrie schreiben und deshalb werde ich hier nur ein knappes, individuelles Fazit ziehen:

  • Ich liebe Mode und ich kenne meinen Stil, deshalb weiß ich welche Teile mir lange Freude bereiten werden
  • Diese Teile sollten so lange wie möglich in einem guten Zustand sein und mir eine beständige Garderobe aufbauen
  • Also gilt für mich in jeden Bereich, auch über Mode hinaus: „Quality over Quantity“

III. Impulskäufe – Der *wirkliche* Endgegner des bewussten Konsums

Während ich bis heute noch Gebrauchsgegenstände und Kleidungsstücke besitze, denen man auf den ersten Blick keine besonders hohe Qualität, geschweige denn ein langes Leben, zugetraut hätte, gab es wohl keinen einzigen Impulskauf, dessen Lebensdauer die „30 Days of Minimalism“ überstieg.

Diese Tatsache an sich entwickelte sich in den letzten Monaten definitiv zu dem Grundsatz, der nach diesem Monat des Aussortierens besonders an mir haften blieb. Mittlerweile gibt es nur noch wenige Momente, in denen ich nicht essentielle Wünsche nicht erst auf eine, eigens dafür erstellte, Liste notiere oder mit dem Kaufabschluss nicht noch ein paar Tage warte.

Abschließend kann ich sagen, dass die „30 Tage des Minimalismus“ für mich auf jeden Fall ein Projekt waren, welches über den offensichtlichen, ersten Erfolg hinaus auch eine positive Langzeitwirkung mit sich brachte.

Inspiration und Weiterführendes

Für diejenigen, die nun motiviert wurden und sich auch gerne mit der Thematik rund um Minimalismus und bewussteren Konsum befassen möchten, habe ich hier ein paar meiner liebsten Denkanstöße zusammengefasst.

  • The Minimalists (Als Spotify Podcast oder auf YouTube)
  • CKSPACE (Ein YouTube Kanal rund um das minimalistische Leben)
  • Aufräumen mit Marie Kondo (Die Netflix Serie ist gerade für diejenigen passend, denen es vor allem um Organisation und Ordnung geht)

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