Bücher für lange Winterabende

Es wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, weshalb es gerade Winternächte sind, in denen Texte und Bücher eine völlig neue Unterhaltungsebene zu erreichten scheinen.

Hier also ein Liste, der Bücher, die ich für eben diese Momente besonders empfehlen kann.

Mord im Orient Express

„My name is Hercule Poirot and I am probably the greatest detective in the world“

Agatha Christie schrieb „Mord im Orient Express“ (im Originalen „Murder on the Orient Express“), einen Kriminalroman rund um den genialen Hercule Poirot im Jahr 1933. Spätestens seit der spektakulären Neuverfilmung 2017 wird den meisten wenigstens die ungefähre Handlung ein Begriff sein und ich bin mir sicher, dass jeder der an dieser Verfilmung Gefallen fand, auch das Original schätzen wird. Neben Werken wie „Alibi“ und „And Then There Were None“ gehört „Mord im Orient Express“ für mich persönlich zu den absoluten Meisterwerken Agatha Christies, auch wenn diese Wahl manchen eventuell zu offensichtlich erscheinen könnte.

Die Atmosphäre und Spannung, die in „Mord im Orient Express“ rund um Detektiv und Mord gewoben wird ist prädestiniert dafür, an winterlichen Nachmittagen verschlungen zu werden.

Die Brüder Karamasow

„Das Leben ist ein Paradies, und alle sind wir im Paradiese, wir wollen es nur nicht wahrhaben; wenn wir es aber wahrhaben wollten, so würden wir morgen im Paradiese sein.“

„Die Brüder Karamasow“ wurden von Fjodor Michailowitsch Dostojewski gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfasst und sind somit, eine Information für alle Liebhaber des autobiographischen Lesens, ein Werk, das gewissermaßen von den letzten Schaffensjahren des russischen Schriftstellers geprägt wurde.

Für mich sind „Die Brüder Karamasow“ ein Lebenswerk in jeder Hinsicht. Zum einen Aufgrund des Autors selbst, zum anderen aufgrund der Handlung und der Charaktere, aber auch, da es ein Werk ist, welches ich vermutlich lange Zeit selbst als einen der Romane nennen werde, der mich auch nach dem Lesen immer weiter begleitet.

„Die Brüder Karamsow“ ist ein Werk für jeden, der historische Texte, Klassiker der Weltliteratur, philosophische Gespräche und tiefgreifende Figurendynamiken zu schätzen weiß.

Meditationes de prima philosophia

„Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“

In meinem letzen persönlicheren Blogbeitrag habe ich bereits den oft zitierten Ulmer Winter von René Descartes angesprochen und „Meditationes de prima philosophia“ ist das passende Werk hierzu. Der Legende nach entstanden während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges, als Descartes in einem besonders harten Winter in der Umgebung von Ulm gestrandet war, unter Umstände die Ursprünge seiner Erkenntnistheorie.

Aufgrund dessen ist wohl kaum ein philosophisches Werk besser als winterliche Lektüre geeignet, als ein solches, welches dort seine Wurzeln fand.

Anna Karenina

„Als ob ihr Wesen von irgendeinem Übermaß derart übervoll wäre, dass es gegen ihren Willen bald im Funkeln des Blicks, bald im Lächeln zum Ausdruck käme.“

Um ein letztes Mal in diesem Beitrag bei den großen russischen Autoren zu bleiben, hier ein weiterer literarischer Klassiker, den man sicherlich nicht gelesen haben *muss*, den gelesen zu haben aber durchaus eine Bereicherung sein kann.

Ich selbst hielt Leo Tolstois „Anna Karenina“ lange Zeit für einen Roman, dem ich nicht abgewinnen werden könnte, jedoch wurde ich während des Lesens schnell eines besseren belehrt. Ähnlich wie „Die Brüder Karamasow“ wird dem Leser auch in diesem Werk eine unglaubliche Sprachgewalt voller Leben gezeigt, die man schnell lieben lernt.

Der Zauberberg

„Prägen Sie sich immerhin ein, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.“

Da ich es auf diesem Blog unter Umständen noch nicht erwähnt habe, hier die offizielle Bekanntmachung: Ich bin ein großer Liebhaber der Werke Thomas Manns. Kann ich diese Aussage treffen, da ich jedes einzelne seiner Werke gelesen und geliebt habe? Nein. Aber die Tatsache, dass ich bis heute keinen Text und keinen Roman von Mann gelesen habe, dem ich nichts abgewinnen konnte, spricht für sicht.

Auch „Der Zauberberg“ gehört zu den Romanen, die ich liebe, da sie sich über eine Ewigkeit zu erstrecken scheinen. (Freunde schnelllebiger Texte, werden das Werk also wahrscheinlich ehr in Auszügen schätzen können.) Es vereint eine Vielzahl an Themen rund um das Leben, Lieben, Denken und darüber hinaus. Darüber hinaus gibt es in „Der Zauberberg“, wie es sich für mich in einem guten Roman gehört, einen Erzähler, der auf bestimmte weise überraschend detailliert beschreibt, sodass man als Leser in die Welt des Romans förmlich hineingezogen wird.

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