Südafrika – Was ich in Kapstadt über Kultur, Geschichte & Natur gelernt habe

Wie einige vielleicht wissen, berichte ich bereits seit Jahren auf unterschiedlichen Plattformen über meine Reiseziele und heute habe ich mich dazu entschlossen, dies endlich auch auf meinem Blog fortzuführen.

Ich würde es als meine Lebensphilosophie bezeichnen, immer mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Erlebnisse in neue Kontexte zu setzen, Details zu erkennen und Gesamtbilder zu skizzieren. Hier möchte ich genau diesem einen Platz bieten.

Ein kurzer Hintergrund zu meiner Kapstadt Geschichte: Ich habe in den letzen drei Jahren immer wieder viel Zeit in der Stadt verbracht und es gibt wohl wenige Reiseziele, die mich ähnlich tief geprägt haben wie iKapa, dabei werde ich sicherlich nicht die erste sein, die von der südafrikanischen Natur und Kunst, deren Geschichte, Entwicklung und Zukunft sich rund um die größte Stadt des Landes finden lässt, unglaublich beeindruckt zurückgelassen wurde.

Tafelberg – Blick über Kapstadt

In vergangenen Jahren wurde Kapstadt nicht nur einmal zu den besten Reisezielen der Welt gewählt und es steht fest: die Stadt bietet eine unglaubliche Vielfalt an Impressionen, die sich unmöglich in nur einem Text darstellen lassen.


Seit 2017 gibt es mit dem Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCAA) einen neuen Stern am Himmel der Museen zeitgenössischer Kunst. Teilweise kritisiert als „schwarzes Museum für weiße Besucher“, ein Kritikpunkt der gerade mit Blick auf die Entstehungsgeschichte in Verbindung mit der hohen kultur-touristischen Beliebtheit des Museums durchaus berechtigt ist, bietet das MOCAA einen Raum für künstlerische Aufarbeitung schwarzer Kultur, Kunst und Geschichte in Südafrika.

Zeitz Museum of Contemporary Art Africa an der V&A Waterfront

Im Februar 2018 besuchte ich zum ersten Mal eine Ausstellung im MOCAA und selbst heute, drei Jahre später, kann ich viele der dortigen Ausstellungen zu den prägendsten zählen, die ich sehen durfte.

Ist das Zeitz Museum of Contemorary Art Africa also die beste Anlaufsstelle auf der Suche nach authentischer schwarzer Kunst in Südafrika? Nicht unbedingt und nicht grundsätzlich, dennoch ist es sicherlich die beste Anlaufstelle für einen ersten Eindruck und Überblick über dieses unglaublich vielseitige Thema.

Jedes Dasein als Touristenmagnet, als offizielle Top Adresse, besteht natürlicherweise immer in einer kontinuierlich doppelten Existenz zwischen „heritage tourism“ und – im Falle des Museums – Kunst. Ist man sich dieser Doppeldeutigkeit (denn ich würde das ganze doch viel ehr als „Koexistenz“ bezeichnen, statt als „Gegenseitigkeit“) jedoch bewusst, so kann man – auch außerhalb Kapstadts – Kunst mit der jeweiligen Hintergrundrecherche, nicht nur unglaublich vielseitig, sondern auch langfristig erfahren. Verfolgt man die Wege und das Schaffen einiger Künstler, deren Werke ihren Platz in das MOCAA fanden trifft man davon ausgehend auf andere südafrikanische Künstler, auf andere schwarze Künstler, auf andere zeitgenössische Künstler und so weiter…

Darüber hinaus zeigt das MOCAA auch durch seine bloße Entstehung, wie wichtig ein fortlaufender Fokus auf schwarze und afrikanische Kunst ist, denn zum Zeitpunkt der Gründung was das MOCAA in seiner Größenordnung und seinem Zweck das erste seiner Art.

Die Architektur des MOCAA geht bis zurück in das frühe 20. Jahrhundert

Für mich gehört „More Sweetly Play the Dance“ von William Kentrige zu den beeindruckendsten Ausstellungen des MOCAA. Der südafrikanischen Künstler, der mit diesem Kunstwerk bereits Kunstinteressierte auf der ganzen Welt bewegte, erlebte die Politik Südafrikas im 20. Jahrhundert hautnah mit, sein Schafffen greift Themen auf, wie Gesellschaft und Leben am Rand der Gesellschaft..

Um der Atmosphäre von „More Sweetly Play the Dance“ gerecht zu werden, besitze ich selbst weder das nötige künsterische Vokabular, noch die umfassenden Kenntnisse und so ist an dieser Stelle Platz für zwei Leseempfehlungen, dem „Artforum“ und „The Paris Review“ die sich diesem Werk gewidmet haben.

Wollt ihr euch ausgehend davon selbst mit William Kentriges Werk befassen, findet ihr auf YouTube einen sehr guten Mitschnitt:


Nun ist Kapstadt natürlich nicht nur für seine Kunst und Südafrika nicht nur für seine Künstler bekannt und so waren es auch bei mir nicht nur diese, die mich geprägt haben, denn gerade die Naturschauspiele rund um die Stadt haben mich mit bewunderndem Blick auf Geographie und Biodiversität zurückgelassen .

Delaire Graff Estate

Als touristische Stadt lebt Kapstadt in dem ständigen Hin und Her zwischen Leben durch den Tourismus und Leiden durch den Tourismus. Ein nicht unbekannter Balanceakt.

Die Biodiversität ist wohl das größte Gut der Stadt und ihrer Region, sodass sowohl Nutzen, als auch Schutz dessen Potentials, auf der südafrikanischen Agenda weit oben stehen. Eine Vielzahl an Organisationen, wie beispielsweise CapeNature, haben sich auf den Schutz des Western Cape, der Provinz Kapstadts, spezialisiert und stellen – als kleine Information am Rande für diejenigen, die mehr darüber erfahren möchten – auch online Informationen rund um den Schutz und die Bedeutung der Biodiversität im Westkap zur Verfügung. Ich kann jedem nur empfehlen, einen Blick auf diese Dokumente und Beiträge zu werfen.

Tatsächlich kann man, mit einem Blick auf globale Biodiversität, von Kapstadt als der vielfältigsten Region der Welt sprechen. (Wie sich auf dieser Karte gut erkennen lässt: http://www.botgart.uni-bonn.de/o_frei/syskart.php)

Die Bedeutung des Schutzes dieser breitgefächerten südafrikanischen Natur wird immer wieder besonders unterstrichen, unter anderem auch in offiziellen Dokumenten, wie der „Game Translocation and Utilisation Policy for the Western Cape Province“ des „Western Cape Nature Conservation Board“, in der schon zu Beginn ein besonderer Fokus auf die „[…] biodiversity “hotspots“, that is, places or regions with exceptionally high levels of biodiversity, but where environmental pressure on biodiversity is very high.“ gelegt wird. (Quelle: https://www.capenature.co.za/wp-content/uploads/2013/11/Game-Translocation-Policy1.pdf)

Es ist unglaublich interessant zu sehen, welche Strategien entwickelt werden um einen so einzigartigen geographischen Punk der Erde in seiner Einzigartigkeit zu schützen, zu nutzen und aufrechtzuerhalten.


Ich hoffe dieser Beitrag war interessant und ihr konntet vielleicht die ein oder andere Inspiration für weitere Recherchen mitnehmen!

Ich wünsche euch eine schöne Woche!


Meine Quellen und einige interessante Artikel:

Pioniere & Archivisten – Möglichkeiten mit Texten zu arbeiten

In den letzen Wochen habe ich mich sehr viel mit Lerntechniken, Sachliteratur und Büchern über das Leben und das Lernen befasst und im Zuge dessen bin ich zu einigen Schlüssen gekommen, die meinen Blick auf diese Themen – nicht komplett verändert, aber zumindest – wahnsinnig erweitert haben.


In der Überschrift spreche ich von „Pionieren“ und „Archivisten“, was das Ergebnis meines Versuches ist, das vereinfacht darzustellen, was ich euch in diesem Text vorstellen möchte.

Liest man viel aktuelle Sachliteratur, gerade im Bereich des „Lebensschule“ oder „Self Improvement“ Genres, fällt eines besonders auf: Die meisten Werke orientieren sich recht strukturiert an zwei klassischen Schemata: Informationen werden vorgestellt und Informationen werden mit neuen Gedanken verknüpft.

Mit dieser Tatsache befinden wir uns in dem Bereich, den ich in diesem Text den „Archivisten“ zuordnen möchte. Archivisten, stellen die Personen und Werke dar, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, oder deren Ziel es ist, bereits vorhandene Informationen zu sammeln und zwar auf eine Art und Weise, die es erlaubt, später aus dieser Sammlung eine neue Grundlage für Erkenntnisse, Gedanken und Informationen zu schaffen.

Die „Pioniere“ hingegen nutzen diese Grundlage, (wobei eine Sammlung oder Grundlage nie in dieser Rolle entstanden sein muss, denn auch beispielsweise ein Roman kann bereits Grundlage sein) um aktiv über sie hinauszugehen.

Man erkennt hier sofort, dass es niemals „reine Pioniere“ und niemals „reine Archivisten“ geben wird, denn die Grenzen sind unmöglich klar zu fassen. Wenn ich Informationen zusammentrage und verbinde, bin ich dann noch Archivist oder geht alleine schon das Erkennen einer Verbindung zwischen zwei gefundenen Aspekten, darüber hinaus und macht mich zum Pionier?

Der Punkt, den ich mit dieser Analogie jedoch ansprechen möchte ist, dass das Bewusstwerden dieser Zusammenhänge mir einen neuen Blickwinkel auf meinen Umgang mit Informationen im Allgemeinen gegeben hat. Alles, was wir in irgendeiner Form erfahren können, gibt uns immer sowohl die Möglichkeit Archivist zu sein, als auch die Möglichkeit Pionier zu sein und auch das Erfahrene selbst beruht wieder auf sammelnden und entdeckenden Bereichen.

Das sind ganze vier Sichtweisen, mit denen wir auf Informationen, Lesen und Lernen blicken können und sie lassen mich persönlich den Wert dessen umso mehr erkennen.


Vielen Dank für eure Zeit,

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Der Newsletter des kleinen Mannes – Februar Monatsfavoriten

Hallo da draußen! Ich hoffe ihr hattet alle einen guten Start in den neuen Monat 🙂 Ich hatte im Februar sehr viel Zeit mich mit diversen neuen und erneut entdeckten Interessen zu beschäftigen, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass ich auch meine Monatsfavoriten Liste gut füllen konnte.

I. Anime und Crunchyroll

Ich hatte schon immer eine große Bewunderung für Manga und Anime, gerade was den Zeichenstil betrifft. Als ich vor ein paar Jahren zuerst begonnen habe gerne zu zeichnen, entdeckte ich über eben diesen Stil den ein oder anderen Anime, kam aber nie dazu diese letztendlich auch anzusehen oder – abgesehen von vielleicht fünf Manga Heften – zu lesen.

In der zweiten Februar Woche habe ich dann doch einmal ein Crunchyroll* Abonnement abgeschlossen und ich habe seitdem deutlich weniger Zeit auf Netflix, YouTube und Prime verbracht. Es war wirklich schön somit wieder etwas Neues entdeckt zu haben und eine willkommene Abwechslung von den homogenen Netflix und YouTube Empfehlungen, die ich zuvor konstant in meinen Vorschlägen fand.

*Crunchyroll = das „Netflix“ der Animes

II. Autor des Monats: Edgar Allan Poe

In meinem dark academia inspirierten Lesezirkel war unser Lesebuch für Februar eine Kurzgeschichtensammlung von Edgar Allan Poe. Zwar habe ich bereits in der Vergangenheit immer wieder das eine oder andere Werk Poes gelesen, aber dieser Sammelband war für mich tatsächlich die erste größere Sammlung seiner Werke.

Fazit: Ich war begeistert!

III. Musik des Monats: 1950s classics

In der Vergangenheit, bevor ich begonnen habe meine Vorliebe für Genre spezifische Playlists zu entdecken, habe ich immer Monatsplaylists geführt. Diese Tatsache sagt bereits alles aus, was man über meinen Musikgeschmack wissen sollte, denn während ich generell so ziemlich alles bis 1985 gerne höre, wechseln meine bevorzugten musikalischen Dekaden dennoch ziemlich genau monatlich.

Diesen Monat waren es die 50er und 60er Jahre, die mich besonders faszinierten, allen voran Llyod Price. Hier ein paar Beispiele und Empfehlungen

  • „Two Little Men in a Flying Saucer“ – Ella Fitzgerald
  • „Personality“ – Llyod Price
  • „Lawdy Miss Clawdy“ – Lloyd Price
  • „I’m gonna get married“ – Llyod Price

IV. Serie des Monats: „The Bletchley Circle“ & „Detective Conan

„The Bletchley Circle“ ist eine Serie, die ich bereits vor gut einem Jahr entdeckt habe und die ich seit eben dieser Zeit eine meiner liebsten Serien nennen würde. Ich kann „The Bletchley Circle“ und gerade auch „The Bletchley Circle: San Francisco“, letztere sehe ich persönlich sogar noch wesentlich lieber an als erstere, wirklich allen empfehlen, die gerne vintage Krimis mit weiblichen Hauptrollen und interessanten Auflösungen sehen.

Auch in der Anime Kategorie bleib ich weiter im Krimi Genre, diesmal aber bei dem Klassiker „Detektive Conan“, den ich wirklich wahnsinnig niedlich, recht lustig und unterhaltsam finde. Nach Folge 50 oder 60 habe ich mir außerdem einen Spaß daraus gemacht, zu versuchen den Mörder bereits im Voraus zu entdecken, denn irgendwann hat man die Motive wenigstens etwas im Kopf.

V. Neue Projekte: Französich

Französisch als Sprache hat mich schon mein Leben lang fasziniert, kollidierte leider jedoch immer mit meinem latenten Perfektionismus. Diesen Monat habe ich es mir endlich zum Ziel gesetzt diese mentale Barriere zu überwinden und einfach dort mit dem Lernen der Sprache einzusteigen, wo ich mich zu dem Zeitpunkt befand, also circa A2 vielleicht sogar B1 Niveau.

Nach einem Monat regelmäßigen Auseinandersetzens mit der Sprache kann ich sagen, dass ich so froh bin begonnen zu haben, denn obwohl ich natürlich noch keine riesengroßen Fortschritte erreicht habe, merke ich gerade im Lesen und Hören einen deutlichen Unterschied.

VI. Artikel des Monats

LTO – „Magisches Denken vor Gericht“

VII. Monocle Magazine

Es scheint mittlerweile eine Tradition meiner Monatsfavoriten zu werden, jeden Monat den ein oder anderen neuen Newsletter zu entdecken.

Diesen Februar sind es die Newsletter (die Tages- und Wochenendausgaben) des Monocle Magazines geworden. Definitiv eine Empfehlung für jeden, der einen Hybrid aus internationalem Design- und Kulturteil mit einer gewissen Portion moderner, zeitgenössischer Kommentare schätzt.

VIII. Mode des Monats: Tweed Shorts

Meine liebsten Stilelemente diesen Monat waren Tweed Shorts und die Farbe Beige.

Quelle: Pinterest

IX. App des Monats: Pinterest – Slow Living & Social Media?

Ich habe Pinterest als meine neue Lieblingsapp zum Zeitvertreib gefunden. Die Inhalte auf Pinterest sind interessant genug um inspirierend und unterhaltsam zu sein, aber nicht so sehr, dass man ungewollt stundenlang scrollt ohne etwas mitzunehmen.

Ganz große Empfehlung an jeden, der eine ruhigere Social Media Plattform sucht.

X. Zitat des Monats

„I only achieve simplicity with enormous effort.“ (Clarice Lispector)

Ich habe mich einem Zitat selten persönlich so verbunden gefühlt.

Was waren eure liebsten neuen Entdeckungen des Monats? Vielen Dank fürs Lesen!

„Gentleman Jack“ Anne Lister – Meine Leseempfehlungen

Zu meinen liebsten, weniger bekannten, Persönlichkeiten der Geschichte gehört definitiv Anne Lister.

Anne Lister lebte im viktorianischen England und machte sich durch ihre überlieferten Tagebuchaufzeichnungen bis heute einen Namen in der Weltgeschichte und gerade auch in der LGBTQ+ Community.

Die Bekanntheit hat vor allem einen Grund, denn Anne Lister, genannt „Gentleman Jack“, war, was die Erwartungen ihrer Zeit an eine Dame anging, alles andere als konform. Sie reise viel, las viel, hatte ein großes Interesse an Medizin und Anatomie und „heiratete“ Anne Walker im Jahr 1834 in der Holy Trinity Church in York.

Neben Anne Listers Biographie an sich sind es gerade die zugehörigen Tagebucheinträge, die überhaupt erst dazu führten, dass ich heute diesen Blogbeitrag schreiben kann. Statistisch betrachtet gehören ihre Aufzeichnungen, die sie seit jungen Jahren in eigens dafür gefertigten Tagebüchern anfertigte, zu den längsten fortlaufenden historischen Kommentaren der Geschichte. Teile der Tagebücher sind darüber hinaus außerdem chiffriert geschrieben und wurden erst Stück für Stück entschlüsselt.

Da ich grundsätzlich eine große Liebhaberin historischer, originaler Aufzeichnungen bin, wird es nicht überraschen, dass ich bereits einige Bücher rund um Anne Listers Leben und Tagebücher verschlungen habe, die ich alle aus unterschiedlichen Gründen empfehlen kann.

Grundsätzliche halte ich für sinnvoll zwischen zwei Arten der biographischen Darstellung rund um Anne Lister zu unterscheiden, denn zum einen gibt es solche Bücher, die ihr Leben größtenteils biographisch und erzählerisch darstellen und solche, die sich stärker an den originalen Tagebücher orientieren.

„Anne Lister – Eine erotische Biographie“ (Angela Steidele)

„Anne Lister – Eine erotische Biographie“ gehört zu den biographischen Werken um Anne Lister und stellt ihr Leben vor allem aus der Perspektive Dritter dar. Während das einerseits ein guter Weg ist um viel über das Leben Listers zu erfahren, bleiben ihre eigentlichen Gedanken und Lebenseinstellungen, von denen gerade die Tagebucheinträge profitieren, leider außen vor.

Dennoch gibt diese Art der Erzählung einen guten Einblick darauf , wie Anne Lister zu Lebzeiten von vielen gesehen werden musste, eine Tatsache, die wiederum in den Tagebüchern oft vergessen wird.

Trotz allem finde ich es schade, dass viele der Kritikpunkte die in „Anne Lister – Eine erotische Biographie“ angesprochen werden, durch das autobiographische Werk Anne Listers, in dem sie sich vielen dieser Kritikpunkte sogar selbst bewusst ist, eine Erklärung finden könnten.

„The Secret Diaries of Miss Anne Lister – I Know My Heart“ (Helena Whitbread, Anne Lister)

Dieses Buch gehörte zu den ersten, in denen die Tagebücher Anne Listers neu aufbereitet und dargestellt wurden.

Größtenteils besteht „The Secret Diaries of Miss Anne Lister – I Know My Heart“ aus originalen Aufzeichnungen von Anne Lister, die teilweise durch biographische Erklärungen und Zusammenfassungen komplettiert werden.

Für mich persönlich war dieses Buch das beeindruckendste und interessanteste über Anne Lister. Es war nach Angela Steideles Biographie das zweite, welches ich gelesen hatte und gerade die originalen Tagebuchabschriften faszinierten mich besonders.

Sollte ich eine spezielle und nur eine Leseempfehlung abgeben, würde ich mich für dieses Buch entscheiden, denn es gibt dem Leser einen perfekten Einblick in das Leben, das Umfeld und den Werdegang Anne Listers.

Auch die folgenden Leseempfehlungen um Anne Lister basieren erzählerisch auf dem gleichen Prinzip, wie „The Secret Diaries […]“ und sind aus denselben Gründen höchst empfehlenswert.

„The Secret Diaries of Miss Anne Lister – No Priest but Love“ ist gewissermaßen die Fortsetzung des ersten Werks um Anne Lister von Helena Whitbread.

„Gentleman Jack: The Real Anne Lister“ wurde von Sally Wainwright und Anne Choma verfasst und im Zuge der Serie „Gentleman Jack“ herausgegeben.

Da beide Autorinnen in großen Teilen mit den Originaltexten arbeiten und eng an der filmischen und textnahen Umsetzung des autobiographischen Werks beteiligt sind, gibt dieses Werk einen besonders guten Einblick in die Gedankenwelt Anne Listers.

Neben meiner ersten großen Empfehlung wäre „Gentleman Jack: The Real Anne Lister“ sofort meine nächste Wahl.

Ich hoffe ich konnte mit dieser kleinen Zusammenstellung einen guten Einblick in die literarische Welt rund um Anne Lister geben. Habt eine schöne Woche!

Von Hegel bis Poe – Leseempfehlungen Februar 2021

Willkommen zu meinem neuen Beitrag und einem Format, welches sich für diesen Monat sehr gut angeboten hat: Monatliche Leseempfehlungen. Ich hatte diesen Januar ungewöhnlich viel Zeit zum Lesen, was auch daran lag, dass ich mir eben diese viel bewusster genommen habe, und meine Leseliste 2021 ist bereits jetzt ein ganzes Stück gewachsen.

Ich möchte euch in diesem Beitrag also eine Shortlist der Werke vorstellen, die mir besonders im Kopf geblieben sind. Viel Spaß beim Lesen 🙂

„Die besten Geschichten“ Edgar Allan Poe

„I know not how it was – but, with the first glimpse of the building, a sense of insufferable gloom pervaded my spirit“ (The Fall of the House of Usher)

Diese Sammlung an Werken Poes ist ursprünglich eigentlich nur in meinen Händen gelandet, da ich vergessen hatte, dass ich tatsächlich bereits eine Poe Sammlung besitze und gerade sowieso dabei war etwas im Internet zu bestellen.

Letztendlich führte das aber glücklicherweise dazu, dass ich mit Poe einen neuen Autor für mich entdeckt habe, denn obwohl ich bereits die eben erwähnte Sammlung auf meinem Regalbrett stehen habe und auch in der Vergangenheit die ein oder andere Kurzgeschichte Edgar Allan Poes gelesen hatte, habe ich ihn als Autor nie weiter beachtet. Eine Tatsache die sich seit ein paar Tagen deutlich geändert hat, denn ich war begeistert.

Poe Fans werde ich mit dieser Rezension also wirklich nichts Neues erzählen, aber allen, die sich für dunkle Romantik, viktorianische Privatdetektive und Mystisches interessieren, kann ich es nur wärmstens ans Herz legen, sich auch einmal mit Edgar Allan Poe zu befassen.

„Krieg und Frieden“ Lew Nikolajewitsch Tolstoi

„Unsinnig! … Unsinnig! … Der Tod! … Lüge! …“ (Krieg und Frieden)

Es wäre wahrscheinlich gar keine vollständige Leseempfehlung meinerseits, würde ich nicht den obligatorischen Klassiker der Weltliteratur mit einbeziehen. Meine Wahl für diesem Monat fiel dabei auf „Krieg und Frieden“, einen Roman, den zu lesen ich mich relativ spontan entschloss, nachdem ich zuvor lange Zeit auf der Suche nach einer schönen alten Ausgabe war. (Die Ästhetik muss schließlich auch stimmen).

Eine solche Ausgabe habe ich bei diversen Antiquariatsbesuchen jedoch nie gefunden und so habe ich das Werk erst wieder vergessen und dann durch eine Leserezension auf Instagram „wiederentdeckt“. Da es viele Klassiker, eBooks sei Dank, meist digital und kostenlos gibt, saß ich relativ schnell mit genügend Lesestoff für einige Tage im Sessel und tauchte ein in die Welt und Erzählung Tolstois.

„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ Miriam Junge

„Einzelne Bausteine machen in der Summe ein großes Ganzes.“ (Miriam Junge)

„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ ist ein klassisches Self Help Buch, dessen Inhalt mich zugegebenermaßen nur an wenigen Stellen wirklich überrascht hat. Das Grundprinzip bleibt hier erwartungsgemäß das Selbe: Kleine aber stetige Handlungen führen im großen Bild zu einem vielversprechenden Ergebnis.

Obwohl ich persönlich aus diesem Buch nicht all zu viel Neues für mich erfahren konnte, halte ich die meisten Inhalte, Erklärungen und Tipps doch für sehr sinnvoll und richtig und vor allem auch alltagstauglich anwendbar. Insgesamt ist „Kleine Schritte mit großer Wirkung“ also in jedem Fall ein gelungener Ratgeber.

Ordeal by Innocence“ Agatha Christie

„Justice is, after all, in the hands of men and men are fallible.“ (Ordeal by Innocence)

Für mich ist Agatha Christie definitiv die unangefochtene (die oft angefochtene, aber nie erreichte) „Queen of Crime“ und so ist es nicht verwunderlich, dass ich auch über „Ordeal by Innocence“ nur Gutes sagen kann.

Der Roman kam vergleichsweise neu in meine, mittlerweile doch recht große, Christie Sammlung, verbrachte aber dennoch ein gutes Jahr ungelesen auf meinem Regal, bevor ich ihn in der letzen Woche endlich hervorholte.

„Ordeal by Innocence“ erschien zum ersten Mal im Jahr 1958 und wurde vor drei Jahren auch als Fernsehserie verfilmt. Die Geschichte des Romans verbindet die klassischen Elemente einer Kriminalgeschichte mit den für Agatha Christie typischen handlungstechnischen Wendungen und exzentrischen Figuren. Für mich gehört der Roman definitiv zu meinen Favoriten ihrer Werke!

Ich hoffe diese Auflistung meiner liebsten Werke der letzen Monate konnte euch vielleicht die ein oder andere Leseinspiration liefern! Vielen Dank fürs Lesen!

Alte Texte & Historische Texte – Ein Kommentar

Guten Morgen, ich hoffe Ihr hattet alle einen schönen Start in die Woche!

Ich hatte die letzten zwei Tage angenehmerweise wenig zu erledigen und konnte mein Wochenende somit größtenteils damit verbringen zu lesen. Im Zuge dessen bin ich – nachdem ich es mir vor Jahren gekauft hatte – endlich dazu gekommen Agatha Christies „Ordeal by Innocence“ zu lesen (Leseempfehlung!).

Dieser Kriminalroman, auf dessen Handlung ich hier garnicht weiter eingehen werde, denn wenn überhaupt hätte diese einen eigenen Blogbeitrag verdient, war der erste den ich seit Monaten gelesen habe und mir ist dabei eine Sache wieder besonders stark aufgefallen. Etwas, das ich bereits in der Vergangenheit beim Lesen diverser (Kriminal-)Romane vor allem unbewusst bemerkt habe.

Es gibt meiner Meinung nach einen unglaublich großen Unterschied zwischen modernen Kriminalromanen (und wie bereits kurz anskizziert natürlich auch Romanen im Allgemeinen), die in historischen Zeiten spielen und historischen Kriminalromanen, die in modernen Zeiten spielten und heute aufgrund ihres Alters historisch sind.

Meine Präferenz liegt deutlich bei Letzterem, was natürlich auch damit zu erklären ist, dass ich generell ein Freund alter Texte bin. In diesem Blogbeitrag möchte ich mir einmal die Zeit nehmen, meine Gedanken zu beiden Aspekten zu teilen, auch weil ich gespannt bin, ob es vielleicht noch mehr Menschen gibt, denen in der Kunst oder Literatur bereits Ähnliches aufgefallen ist.

Ich denke einer der wichtigsten Gründe, weshalb sich (ich werde im Folgenden der Einfachheit halber zwischen historischen Romanen und alten Romanen unterscheiden*) historische Romane in ebendiesen Aspekten immer etwas anders lesen, als alte Romane ist, dass in diesen das Vergangene wesentlich weniger versteckt und alltäglich auftritt. Zwar hat das für uns als Leser unter Umständen den nicht zu unterschätzenden Vorteil, immer etwas mehr über die entsprechende Zeit der Handlung zu erfahren, dennoch nimmt dieser doch vorhandene moderne Blickwinkel der Autor*in auf das erzählte, recherchierte Geschehen diesem oft die geschichtliche Glaubwürdigkeit.

Ein solcher historischer Kriminalroman mag bis in jedes Detail perfekt mit der damaligen Lebenswelt übereinstimmen und doch ist er eben nur die Reproduktion dieser Zeit und dies fällt verglichen mit alten Texten immer auf.

Dazu kommt die Tatsache, dass Dialog und Monolog nicht unterschätzt werden dürfen (etwas, das je nach Erfahrung der Autor*in im Bereich historischen Schreibens auch gut gelöst sein kann). Gerade, wenn man diesen bestimmten Stil älterer Werke gewöhnt ist, oder wenn ein historischer Roman inhaltlich nahezu perfekt historisch ist, ist es umso unpassender, wenn Figurenrede und Erzähler in ihrem jeweiligen Stil dieses Konstrukt nicht komplettieren können.

Das soll an dieser Stelle auf keinen Fall eine wirkliche Kritik den betreffenden Autor*innen gegenüber sein, denn ich selbst würde mir beispielsweise nicht zutrauen weder die Handlung, noch die Figuren annähernd historisch korrekt auftreten zu lassen. Vielmehr handelt es sich dabei lediglich um eine kaum lösbare Auffälligkeit, die historische Romane von alten Romanen abgrenzt.

Ich habe bereits zu Beginn dieses Kommentars angesprochen, dass sowohl alte, als auch historische Texte gut dazu geeignet sein können, mehr über ihre Zeit zu lernen. In diesem Punkt haben sicherlich beide Bereiche ihre Vorzüge, die Informationsketten unterscheiden sich trotzdem. Während es der alte Roman in seiner Handlungszeit (vor allem wenn er in der damaligen Moderne spielte) dem Leser erlaubt direkt durch die Beschreibungen der Autor*in zu lernen, tritt die Autor*in im historischen Roman vielmehr als Vermittlerin zwischen Wissen über die Handlungszeit und Leser*in auf.

Mein persönlich größter Kritikpunk an vielen historischen Romanen und gerade den Kriminalromanen dieser Art ist, dass immer die Gefahr besteht, die Figuren der Handlung zu Klischees verkommen zu lassen. Da ich nun selbst ein Mensch des 21. Jahrhunderts bin, steht es mir natürlich nur bedingt zu, Thesen aufzustellen, die den Alltag der Figuren historischer Romane angehen, dennoch werde ich beim Lesen dieser oft stutzig, wenn es immer nur dieses eine in die Zeit passende Thema gibt, welches jede Figur zu beschäftigen scheint und wenn alle Figuren in der passenden Ästhetik, oder dem komplett korrekten Stil auftreten.

Dies führt dazu, dass ein historischer Roman mit viel Potential zu einer homogenen Masse seiner angestrebten Zeit wird, es nimmt dem ganzen leider oft Reiz und Charme.

In vielen alten Romanen ist es viel ehr so dass Dekaden gewissermaßen in sich heterogen auftreten. Bestimmte Figuren, Orte und Handlungen, obwohl sie Kinder ihrer Zeit sind, grenzen sich ganz natürlich voneinander ab. Denn Zeit ist nun einmal relativ und es gibt kein Jahrhundert, keine Stunde und keine Minute, in der auf einmal alle Aspekte einer Realität das Licht der Welt erblickten.

Vielen Dank für eure Zeit!

Grüße, Leonie 🙂

*historische Romane = moderne Romane mit historischer Handlung

Der Newsletter des kleinen Mannes – Monatsfavoriten

Wir schreiben den 25. Januar des Jahres 2021 und ich halte das heutige Datum für einen angemessenen Fortschritt in des neue Jahr um offiziell mit meinen ersten Monatsfavoriten zu beginnen.

Ich stelle euch in diesem Format also all die Aspekte vor, welche ich seit Monatsbeginn neu für mich entdeckt habe und bei denen ich denke, dass sie eine Empfehlung an andere wert sind. Viel Spaß 🙂

I. Ruth Bader Ginsburg – The Notorius RBG

Es begann mit dem (auf diesem Blog bereits kurz angesprochenen) Buch „Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der berühmten Supreme Court Richterin“, das ich zufällig in einer Instagram Story gesehen hatte.

Während ich zuvor weder besonders viel über Ruth Bader Ginsburg wusste, noch an ihrem Werdegang interessiert war, hat mir diese kleine Sammlung rund um ihr Leben gezeigt, um was für eine bewundernswerte Dame es sich bei ihr handelt.

II. Lupin – Gentleman Thief

Die neue Netflix Serie „Lupin“ ist mittlerweile wahrscheinlich allen, die regelmäßig ihr Netflix Abonnement nutzen, ein Begriff und nach einigen Empfehlungen habe auch ich einen Blick auf die Serie geworfen und bin positiv überrascht.

Zwar reicht diese Begeisterung bei mir nicht für eine „Binge Watching Session“ aus, stattdessen nutze ich „Lupin“ aber dafür regelmäßig mein Französisch etwas aufzubessern. (Außerdem hat die Serie in mir den Wunsch geweckt die Romane um Arsène Lupin zu lesen)

III. Red, White & Royal Blue – Casey McQuinston

Da ich momentan dabei bin mich Stück für Stück aus meiner literarischen Komfortzone hinaus an neue Genres zu wagen, habe ich in den letzten zwei Wochen zwei Young Adult Romane aus dem LGBTQ+ Bereich gelesen: „Felix ever after“ und „Red, White & Royal Blue“.

Beide haben mir so gut gefallen, dass sie ihre eigenen Blogbeiträge verdient haben und „Red, White & Royal Blue“ ist seit gestern Abend eventuell in den Kreis meiner Lieblingsbücher aufgestiegen. Eine ganz große Leseempfehlung!

IV. Vintage Glove Clips

Wie immer dürfen in meinen Monatsobsessionen natürlich auch die Vintage und Retro Aspekte nicht fehlen und diesem Januar habe ich Glove Clips entdeckt.

(An dieser Stelle ist eventuell wichtig zu erwähnen, dass ich *nicht* etwa die kleinen Plastik Handschuhhalterungen für Handwerksgürtel meine, sondern solche aus Metall mit filigranen Verzierungen, die an Handtaschen befestigt werden.)

Anscheinend waren diese nämlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hoch in Mode und ich halte das bis heute für eine recht sinnvolle Idee und ein schönes nostalgisches Modestatement.

V. YouTube – „Of Herbs and Altars“ & „Elena Handtrack“

Meine meistgesehenen YouTube Kanäle diesen Januar könnten unterschiedlicher kaum sein und dennoch gehören beide momentan zu meinen absoluten Favoriten.

„Of Herbs and Altars“ ist ein vielseitiger Kanal, der mich immer wieder an die frühen YouTube Tage und den „Broadcast yourself“ Grundsatz zurückerinnert. Dorian Bridges erzählt darin aus dem Leben als Goth, der Szene, der Kunst und vielen weiteren Themen, die immer unerwartet und interessant bleiben. (Auch, oder vor allem, der Humor und die Erzählweise des Ganzen sind wahnsinnig unterhaltsam!)

„Elena Handtrack“ werden diejenigen, die in der Studytube Community aktiv sind wahrscheinlich bereits aufgrund ihrer regelmäßigen „Study with mes“ und „Cambridge Vlogs“ kennen und ich persönlich halte sie definitiv für eine der besten Bloggerinnen ihrer Branche. Sie bleibt realistisch und ist dabei trotzdem unterhaltsam, motivierend und inspirierend.

VI. Ringe – Mein neues Lieblingsaccessoire

Die Überschrift ist in diesem Fall wieder einmal ziemlich selbsterklärend. Ich trage in letzter Zeit einfach sehr gerne Ringe!

VII. The New York Times Newsletter

Diejenigen, die mir schon länger folgen oder meine YouTube Vlogs kennen, wissen, dass ich jeden Tag gerne einige Artikel aus diversen Zeitungen lese und seit Anfang des Monats habe ich den täglichen Newsletter der New York Times abonniert.

Insgesamt gibt es verschiedene dieser Newsletter, aus denen man wählen kann, (beispielsweise zwischen der europäischen oder der amerikanischen Version,) um im Gegenzug jeden Morgen gegen 7 Uhr eine Übersicht der aktuellen Tagesthemen, die sich bequem in wenigen Minuten lesen lässt zu erhalten.

VIII. LGBTQ+ Literatur

Wie bereits in Punkt III. erwähnt habe ich vermehrt Young Adult Bücher gelesen und der Aspekt, der diese Bücher für mich so besonders gemacht hat, war vor allem die LGBTQ+ Repräsentation, die ich in der meisten klassischen Literatur, so sehr ich sie auch liebe, doch vermisse.

In Zukunft werde ich definitiv mehr dieser Werke in meine Leselisten integrieren!

IX. Hannah Arendt

Jedem, der gerne mehr über Autoren, Politker, Philosophen und Intellektuelle des 20. Jahrhunderts lernt, kann ich nur empfehlen sich einmal die Zeit zu nehmen aktiv Interviews oder Gespräche auf YouTube zu suchen, man findet Diamanten!

Mein neuester Favorit ist in diesem Fall der „ArendtKanal“, der (wie der Name bereits vermuten lässt) auf Hannah Arendt fokussiert ist.

Gerade ist mein liebstes Video des Kanals „Hannah Arendt im Gespräch mit Günter Gaus („Zur Person“, 1964)“.

X. Artikel des Monats

Ich dachte mir, es wäre ein schöner Abschluss meiner Monatsfavoriten, einen interessanten Ansatz zum Weiterlesen zu geben und meine Wahl fiel dafür auf den welt.de Artikel „Als Thomas Mann zum Duell herausgefordert wurde“. Zwar habe ich diesen bereits im Dezember gefunden, fand ihn aber dennoch interessant genug um ihn diesen Monat vorzustellen.

Vielen Dank fürs Lesen! Habt eine schöne Woche!

Über den Text hinaus – Mord im Orient Express

In meiner Rubrik „Über den Text hinaus“ behandle ich all jene Themen, die offensichtlich oder im Entferntesten die Literatur betreffen könnten. Besonders oft endet dies in Biographien und weiteren Medien. Heute dem Film.

Meine Obsession mit Agatha Christie lässt sich bereits Jahre zurückverfolgen und begann mit den klassischen schwarz-weiß Miss Marple Filmen und der wunderbaren Margaret Rutherford. Während ich also die Originalwerke Christies überaus schätze, ist nicht zu leugnen, dass es mir gerade auch die filmischen Umsetzungen dieser besonders angetan haben. (Was interessant ist, denn damit gehört eine meiner liebsten Autorinnen gleichzeitig auch zu den wenigen, deren Verfilmungen ich manchmal doch den Texten bevorzuge.)

Die Neuverfilmung von „Mord im Orient Express“ mit Schauspielgrößen wie Kenneth Branagh, Judi Dench und Johnny Depp kam bereits 2017 in die Kinos und es kostete mich nun fast vier Jahre Überwindung, den Film endlich selbst zu sehen. Der Hauptgrund für die so entstandene Lücke in dem Lebenslauf meiner Wertschätzung gegenüber Agatha Christie und ihren Werken war tatsächlich vor allem die Befürchtung, der neue „Mord im Orient Express“ würde mir die Freude an dem alten verderben. Dem war nicht so!

Bereits nach den ersten fünf Minuten hatte mich die Atmosphäre des Films in ihren Bann gezogen. Ich war begeistert von Kenneth Branagh als Hercule Poirot und auch die anderen Figuren, sowie die gesamte Inszenierung und die gewaltigen Bilder machten „Mord im Orient Express“ für mich schnell zu einem neuen Lieblingsfilm. Ich möchte an dieser Stelle auch garnicht zu sehr ins Detail gehen, was die Analyse der gesamten Gestaltung des Film angeht, vor allem weil ich es schlichtweg nicht kann. Weder sehe ich viel fern, noch bin ich bei den Neuigkeiten Hollywoods immer auf dem aktuellen Stand, es ist also zum einen sehr leicht mich mit Filmen zu beeindrucken, zum anderen ist mein Maßstab eines guten Films größtenteils auf die Wirkung dessen auf mich persönlich fokussiert.

Im Folgenden möchte ich euch also einmal kurz die Details und Merkmale von „Mord im Orient Express“ vorstellen, die den Film für mich so besonders machten:

Patrick Doyle

Der Komponist des Soundtracks sagte über Filmmusik einmal „[…] it should be able to, away from the picutre, conjure up the same sort of feelings and images that it was meant to on screen.“ Er ist diesem Grundsatz treu geblieben!

Poirot – Genius, Gestik und Sprache

Natürlich bin ich in dieser Hinsicht insofern voreingenommen, als das ich schon immer ein großer Fan des „Greatest Detective“ war, aber mit einer solchen Einschätzung kommt immer auch eine besondere Erwartungshaltung und diese konnte von Hercule Poirot in „Mord im Orient Express (2017)“ definitiv erfüllt werden. Ich wage fast zu behaupten, dass er zu meinem neuen „Lieblingspoirot“ geworden ist. Zu dieser unbewussten Entscheidung kam ich gegen Ende des Films, denn meiner Meinung nach gehörte der Monolog Poirots zu den bedeutungsgewaltigsten Szenen des ganzen Films. (Unerfahrene Filmkritiker* würden sagen „zu den besten Szenen der Filmgeschichte“.)

*Ich

Die Ästhetik

Jeder der mich etwas besser oder länger kennt, weiß das „Ästhetik“ zu meinen meist genutzten Wörtern überhaupt gehört. Wenn ich also die Ästhetik eines Films oder Romans schätze, ist das eines der größten Komplimente, das ich geben könnte. In diesen Fällen fließt in die ästhetischen Qualitäten für mich noch viel mehr ein, als beispielsweise ein bestimmter Kleidungsstil. Es ist das Zusammenspiel aller künstlerischen und stilistischen Elemente von „Mord im Orient Express“, ob Maske, Musik, Figuren, Umsetzung oder Dialoge, welches für mich perfekt war.

Vielen Dank für das Lesen! Ich wünsche euch allen eine schöne Woche 🙂

19 Dinge, die ich in 19 Jahren gelernt habe

Dieser Blogbeitrag gehört definitv in die Kateogrie solcher, die einen persönlichen Zweck verfolgen. Es handelt sich um einen Text, den ich vor allem auch für mich selbst zur Dokumentation verfasst habe.

I. Regelmäßigkeit wird unterschätzt

Ob man es nun „Consistency is key“, „Habit Tracker“ oder Disziplin nennen möchte, das Ergebnis des Ganzen bleibt größtenteils gleich. Bereits ein sehr kluger Schriftsteller oder Philosoph, dessen Name und Werk mir leider entfallen sind, weshalb ich auf die Sinnebene zurückgreifen muss, sagte, dass es eine wesentlich größere Errungenschaft darstellt, etwas regelmäßig und immer wieder in kleinen Teilen zu schaffen, als ein einziges Mal. Ich kann dem nur zustimmen, zum einen ist es gerade zu Beginn oft schwierig sich eine neue Routine oder Arbeitsweise anzueignen, doch erlangt man schließlich die Regelmäßigkeit dahinter, kommt man dadurch auf der imaginären Lernkurve um ein Vielfaches schneller voran.

II. Die Schnittmenge von Aussage und Handlung

Bis heute erlebe ich es oft immer wieder, vor allem auf Social Media aber durchaus auch im „echten“ Leben, dass ich eine Person treffe und mich die Meinungen oder Aussagen dieser Person bewundernd aber auch etwas eingeschüchtert oder ungläubig zurücklassen. Das Ganze ist, um ein spezielleres Beispiel zu wählen, recht gut vergleichbar mit dem ein oder anderem TED Talk, „Entrepeneur“ oder auch Studytube Kanal. Produktivität und Erfolg sind relativ. Jeder ist in der Lage diese Parameter und deren Wichtigkeit für sich selbst zu definieren und meiner Erfahrung nach ist die Menge des Arbeitspensums und des Zeitaufwands eines Menschen nicht automatisch ein Indikator für diese Maßstäbe. Was ich damit sagen möchte ist, dass es absolut wichtig und gut ist Motivation und Inspiration in anderen zu finden, aber dennoch sollte man hinterfragen. Es kann helfen Handlungen von Aussagen für einen Moment zu trennen und somit eventuelle Diskrepanzen für sich sichtbar zu machen.

III. Besondere Interessen sind die wichtigsten Details des Lebens

Mit Überschrift Nummer Drei ist eigentlich alles gesagt. Lernt Neues! Bleibt interessiert!

IV. Geschmäcker sind selten konstant

Während ich vor einigen Jahren dieser Aussage noch heftig widersprochen hätte, kann ich heute bestätigen, dass sich Interessen und Geschmacksfragen verändern werden und dürfen. Es kann sehr befreiend sein, selbstauferlegte Maximen loszulassen und seine Fühler auszustrecken. Damit meine ich nicht, dass man unbedingt ständig aus der persönlichen Komfortzone ausbrechen muss, vor allem wenn man sich des Wertes bestimmter Dinge für sich selbst bewusst ist, ich rede viel ehr von einer Art Erweiterung der Komfortzone.

V. Habt keine Angst etwas zu wollen

Kein Mensch der Welt möchte unnötig viele Sorgen haben, deshalb kann es manchmal einfacher und angenehmer scheinen sich um bestimmte Dinge einfach nicht zu sorgen. Jedoch hat diese Tatsache einen Haken: Lässt man keine negativen Gefühle über etwas zu, kann es genauso leicht geschehen, dass um Umkehrschluss auch die positiven Gefühle darüber ausbleiben. Fazit: Es lohnt sich, sich einzugestehen etwas zu schätzen oder anzustreben.

VI. Es gibt keine originellen Gedanken

Die wenigsten Menschen sind wahre Genies einer Fachrichtung und auch die antiken Universalgelehrten sind zu meiner großen Bedauerung bereits größtenteils ausgestorben, haben uns aber netterweise einiges an Wissen mit auf den Weg gegeben. Das lässt uns in einer Realität zurück, in der man sich zwar sehr wohl der Qualität dieses und des in manchen Fällen darüber hinaus gehenden Wissens bewusst ist, man jedoch des öfteren zu der falschen Annahme geneigt ist, eben dieses Wissen für überaus exklusiv zu halten.

Anders gesagt: Wenn du klug genug warst dir einen bestimmten Gedanken zu machen, gibt es zumindest das Potential dazu auch in einem anderen Menschen. (Oder hat es in manchen Fällen sogar bereits gegeben, man denke nur an Leibnitz und Newton).

Welche Grundsätze habe ich daraus nun für mich geschlossen?

  • Keine unnötigen Lügen, denn wenn du sie dir ausdenken konntest, kann auch ein anderer sie aufdecken
  • Ideen und Inspirationen zeitnah umsetzten
  • Dinge dokumentieren

VII. Produktivität ist vielseitig

Dieser Punkt knüpft an Nummer Zwei an. Was für den einen Freizeitaktivität oder Entspannung ist, ist für den anderen bereits eine produktive Beschäftigung. Es ist also alleine deshalb vollkommen unmöglich ständig produktiv zu sein, denn um dies bewerkstelligen zu können, benötigte man ein Konzept objektiver Produktivität, was ihrem Wesen jedoch widerspricht.

VIII. Kreieren vs. Konsumieren

Diesem Aspekt möchte ich vor allem dem widmen, was ich in den letzten Jahren über Social Media gelernt habe. Zwar baut das Ganze an dieser Stelle besonders auf einer persönlichen Meinung auf, dennoch denke ich, dass es sich hierbei um einen guten Denkanstoß handeln könnte. Mir viel in der Vergangenheit oft auf, dass ich zwar jeden Tag im Großen und Ganzen ungefähr gleich viel Zeit auf Sozialen Medien verbrachte, dennoch wechselte der Effekt, den diese auf mich hatten. Irgendwann habe ich schließlich gemerkt, dass die Nutzen Sozialer Netzwerke dann am positivsten scheinen, wenn man sich selbst die Zeit nimmt, diese aktiv für sich zu nutzen. Nehme ich beispielsweise Instagram, TikTok oder YouTube als eine Platform zum Teilen meiner und Interagieren mit meinen persönlichen Interessen, kann ich einen viel größeren Nutzen daraus ziehen, als würde ich lediglich ziellos herumscrollen.

IX. Die Schnelllebigkeit von Trends

Es lohnt sich nicht, sich mit einem Trend zu beschäftigen, wenn diesem spontanen Interesse keine persönliche Motivation zu Grunde liegt. Letztendlich ist es nicht viel mehr als Zeitverschwendung, sich mit etwas auseinanderzusetzen, das nach nur wenigen Wochen bereits einen Großteil seiner Bedeutung einbüßen wird.

X. Die Stoa

Da wir mit Punkt Zehn jetzt bereits die Hälfte von „Leonies Lebensweisheiten“ erreicht haben, gebe ich mir Mühe mich im Folgenden etwas kürzer zu fassen.

Alles was ich hierzu sagen werde ist also: Eine stoische(-re) Lebenseinstellung kann in vielen Situationen sehr hilfreich sein. (Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle eine kleine Unstimmigkeit mit Punkt Drei bemerken, und ich muss zugeben, dass es sich hierbei um eine Tatsache handelt, an der ich selbst momentan noch arbeite.)

XI. Menschen sind nicht unfehlbar

Es ist wenig sinnvoll sich komplett auf die eigene Einschätzung, aber auch die Einschätzung anderer zu verlassen, denn niemand kann je alles wissen. Pläne können und werden sich verändern und man selbst macht Fehler, die man lieber nicht gemacht hätte. Eine Tatsache des menschlichen Lebens, die man wohl oder übel akzeptieren muss.

XII. Qualität > Quantität

Bereits in meinen vorherigen Punkten ist dieser Grundsatz immer wieder vereinzelt mitgeschwungen und deshalb wollte ich ihm auch einen eigenen Absatz widmen. Es ist ein Grundsatz den ich wirklich jedem sehr ans Herz legen kann und egal ob Entscheidungen, Käufe oder Konzepte, ich war immer zufriedener mit dem Ergebnis, wenn ich nach diesem Prinzip geurteilt habe.

XIII. Check your privilege

Dieser Punkt steht für sich. Bewusst weniger egozentrisch denken kann ein Anfang sein und eine solche Denkhaltung ist die Eigenschaft eines guten Gesprächspartners.

XIV. Überdenkt euer Konsumverhalten

Ich bin kein perfekter, nicht mal ein guter, nachhaltiger Konsument. Dennoch habe ich in den letzten Monaten darauf geachtet, mein Konsumverhalten bewusst zu analysieren und herunterzuschrauben. Es hat mir nicht geschadet, ganz im Gegenteil ich kaufe überlegter und seltener.

XV. Networking

Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass es sich immer lohnt Menschen zu kennen.

Dieser Punkt ist auch als eine Art zukünftiger Punkt zu lesen, denn ich habe bei Weitem zu wenig Erfahrung um in diesem Bereich Tipps geben zu können.

XVI. Dokumentiert euer Leben

Jeder der micht kennt weiß, dass ich ein großes Faible für Listen und Tagebücher aller Art hege. Tatsächlich weiß ich nicht einmal mehr seit wie vielen Jahren ich bereits über mein Leben schreibe und somit kann ich Punkt 16 an dieser Stelle wahrscheinlich als eine persönliche Lebensweisheit erster Stunde bezeichnen.

XVII. „Find a kingdom within“

Ein Zitat, auf das ich zufällig bei meinen Recherchen rund um die Philokalia gestoßen bin.

XVIII. Kleider machen Leute

Ich lege das Zitat selten im Bezug auf andere Menschen aus, sondern halte es vielmehr für einen Grundsatz des Respekts gegenüber sich selbst. Es lohnt sich, etwas Zeit und Mühe in den persönlichen Stil zu stecken.

XIX. Behaltet den Überblick

Egal ob beim Erstellen von Plänen, Listen, beim Lernen oder ganz allgemein im Leben. Es ist so unglaublich wichtig, sich nicht zu verlieren.

Das waren sie, meine 19 Lebensweisheit aus 19 Jahren. Vielen Dank fürs Lesen!

Die Shortlist meiner Leseliste für 2021

Es wäre eine Lüge zu sagen, die folgenden acht Bücher und Autoren würden dem Umfang meiner zukünftigen Leseliste auch nur annähernd nahe kommen, dennoch handelt es sich bei diesen Werken um solche, die ich unbedingt in naher Zukunft gelesen haben möchte.

Im Vergleich zu meinen anderen sogenannten „tbr“s („tbr“ = „to be read“) besteht diese Shortlist größtenteils aus Büchern, die ich als Empfehlungen in anderen Texten oder von anderen Bloggern entdeckt habe, weshalb sie auch lesetechnische Priorität erlangen konnten.

9 1/2 perfekte Morde: Wenn Schuldige davon kommen – Ein Strafverteidiger deckt auf

„Zweifellos hat es perfekte Morde gegeben, sonst wüsste man ja etwas von ihnen.“ (Alfred Hitchcock)

„9 1/2 perfekte Morde“ von Alexander Stevens habe ich über Elena Handtrack entdeckt und ich fand das Konzept des Buches sofort so interessant, dass es mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Gerade auch, da ich mich 2021 mehr mit juristisch angehauchten, beziehungsweise inspirierten, Texten befassen möchte, passt „9 1/2 perfekte Morde“ perfekt auf meine Leseliste 2021.

Philosophisches Taschenwörterbuch

„Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Sie sagen, aber ich würde bis zum Äußersten dafür kämpfen, dass Sie es sagen dürfen.“ (Voltaire)

Mein Wunsch Voltaires berühmtes „Philosophisches Taschenwörterbuch“ zu lesen entsprang meinem „Kulturgeschichte der Menschheit“-Marathon gegen Ende von 2020. In dem Band aus Will und Ariel Durants Reihe, der dem Zeitalter Voltaires gewidmet ist, wurde das „Philosophische Taschenwörterbuch“ mehrmals erwähnt und ist infolgedessen schnell auf meiner 2021 tbr-Liste gelandet.

Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren

Auch an diesem Werk sieht man wieder deutlich, dass ich mich in diesem Jahr nicht nur mit „der Juristerei“, sondern auch mit „der Philosophie“ beschäftige. Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr genau weiß wie „Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren“ in die Sammlung meiner Wunschbücher für 2021 gekommen ist, aber bei erneutem Durchlesen schien das Werk plötzlich aufgetaucht zu sein. (Anmerkung: Bei genauerer Recherche habe ich erfahren, dass „Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren“ ein Werk des Philosophen Anton Wilhelm Amo ist. Dieser war ein schwarzer Philosoph der Gegenwart, sein Werk scheint auf den ersten Blick jedoch leider entweder verschollen, oder nur sehr schwer auffindbar. Ich werde mich dennoch weiter auf die Suche begeben.)

Die Tsantsa Memorien

„Was einmal ein Objekt der Kultur war, ist immer auch ein Objekt der Barbarei. Und wenn wir das bedenken, dann gehen wir vielleicht vorsichtiger, mitleidiger und emphatischer mit der Welt um.“ (Jan Koneffke zitiert Walter Benjamin)

„Die Tsansta Memorien“ von Jan Koneffke erschienen im September letzen Jahres und bereits seit Dezember 2020 befindet sich der Roman auch bereits bei mir zu Hause. Trotz dieser mehr oder weniger perfekten Vorbereitung bin ich seitdem noch nicht über Seite eins herausgekommen. Es bleibt also ein spannendes Leseprojekt für dieses Jahr.

Shanghai ’37

„Berlin war so herrlich lebendig, so geladen mit einer seltsamen Elektrizität“ (Vicki Baum)

Vicki Baums „Schanghai ’37“ fiel mir vor allem aufgrund meiner sofortigen Assoziation mit der wunderbaren Marlene Dietrich in „Shanghai Express“ ins Auge. Danach war es die Biographie der Autorin selbst, eine der bekanntesten der Weimarer Republik, die mein Interesse weiter weckte.

The Handmaid’s Tale

„Don’t let the bastards grind you down.“

Es gibt wenig bedeutendere Gründe hinter der Wahl von Margaret Atwoods Roman „The Handmaid’s Tale“, als die bloße Tatsache, dass ich mittlerweile so oft davon gehört habe, dass ich mich mittlerweile selbst einmal mit dem Werk befassen möchte.

Clarice Lispector

„I only achieve simplicity with enormous effort.“

In diesem Fall ist es kein spezielles Werk, kein spezieller Roman, sondern eine Autorin, die mich fasziniert. Ende letzten Jahres las ich in der Zeit einen Artikel über die brasilianische Schriftstellerin und habe es mir seither zum Ziel gesetzt mindestens eines ihrer Werke, bevorzugt einen Roman oder eine Kurzgeschichte, zu lesen.

John Le Carré

„Einmal ein Spion, immer ein Spion – Ich glaube das ist vollkommen richtig.“

Wieder war es ein Zeitungsartikel, der mein Interesse an einem, mir bis dato unbekanntem, Autoren wecke. John Le Carré, selbst ein Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, wurde um 1960 mit seinen Agentenromanen zu einem der erfolgreichen Schriftstellern des Genres. Für mich persönlich war dies Grund genug, einen genaueren Blick auf seine Werke zu werfen, vor allem da ich auch in der Vergangenheit immer wieder eine besondere Schwäche für Spionageromane hatte.