Die Schlange im Wolfspelz

📕 Michael Maar – Die Schlange im Wolfspelz

In „Die Schlange im Wolfspelz“ stellt Michael Maar eine Vielzahl bedeutender Werke und Autoren der deutschsprachigen Literatur der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte vor und nutzt diese als Beispiel und Beweis rund um die Frage „Wo beginnt eigentlich Stil und Literatur?“.


🔒 Gedanken zu diesem Werk bezüglich…

Leben & Denken:

Wer hat sich nicht schon mit dem Gedanken beschäftigt, wie Literatur von bloß Geschriebenem oder sogar schlechter Literatur abgegrenzt wird.

Ich habe immer nur – oder praktischerweise – sehr banale Antworten gefunden. Michael Maars „Die Schlange im Wolfspelz“ schafft einen so tiefgreifenden Blick in die Literaturfrage, dass diese danach nicht unbedingt schneller, aber mit qualitativ hochwertigeren Anhaltspunkten diskutiert werden kann.

Den angesprochenen Themen und dem Genre:

In den einzelnen Kapiteln trifft man immer wieder auf neue, auf bekanntere und auf weniger bekannte Autoren, jeder einzelne mit einer persönlichen Daseinsberechtigung, einer persönlichen Geschichte und einem ganz eigenen Stil.

Michael Maars Humor ist dabei eine weitere Form unglaublich guten Stils im Denken und Schreiben.


🖇 Weiteres

Autoren & Werke zu ähnlichen Thematiken

  • Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde, Klabund
  • Feuer der Freiheit: Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933-1943), Wolfram Eilenberger
  • Kulturgeschichte der Menschheit – Band 15, Will Durant & Ariel Durant

In „Die Schlange im Wolfspelz“ erwähnte Autoren und Werke, die mein Interesse weckten (Shortlist)

  • Rahel Levin
  • Marieluise Fleißer
  • Adalbert Stifter „Margarita“
  • Christine Lavant „Aufzeichnungen aus dem Irrenhaus“

Was macht dieses Werk aus?

  • Humor, Wissen und Zeitgeist
  • Eine unendlich scheinende Recherchearbeit
  • Neue Ideen zu alten Konzepten der Literatur (siehe: die „Loriot-Probe“)

📌 Grunderkenntnisse & Ideen

  • Ein Werk lässt sich kaum, genauer gesagt gar nicht, von seinem Schaffer trennen.
  • Stil ist nicht nur ein gerne gesehener, überflüssig verschönernder, Aspekt eines Romans, sondern ein bedeutender Grundzug des Romans selbst.
  • Ein gutes literarisches Epos ist wie eine gute wissenschaftliche Arbeit, es bringt neue Erkenntnisse.
  • Schreibstil ist nicht gleich Denkstil ist nicht gleich Atmosphäre.
  • Humor wird unterschätzt, Thomas Mann auch.
  • Zuletzt: „Le style, c’est le poète même.“

📈 Lieblingszitate

„Darum ist es unsinnig, den Inhalt eines Gedichts oder Romans von seinem Stil abzulösen. Der Inhalt sei gut, vom Stil müsse man nicht sprechen – so geht das nicht in der Literatur. Es geht so wenig, wie es bei einem Musikstück ginge, von dem man sagte, bis auf die Noten sei alles prima.“

Michael Maar „Die Schlange im Wolfspelz“, S. 16

„Aber was macht ihn nun aus, den guten Stilisten? Eine mögliche Antwort wäre: Der Künstler will, wie die Wissenschaftler, die Welt nicht verlassen, ohne ihr eine winzige neue Erkenntnis mitgegeben zu haben. Und wenn keine Erkenntnis, dann eine Farbnote, eine Stimmung, irgendeinen Dreh, den es zuvor noch nicht gab.“

Michael Maar „Die Schlange im Wolfspelz“, S. 21

„Nietzsches Art der Interpunktion läßt sich in einem Satz zusammenfassen: Hier schreibt ein Genie mit schwerem Aufmerksamkeitsdefizit.“

Michael Maar „Die Schlange im Wolfspelz“, S. 50

„Man müsse vom Idealismus nur ein klein wenig die Decke des Enthusiasmus heben, und es trete sein unmenschlicher Kern zutage. „Bei Schiller wird so entsetzlich leicht gestorben.““

Michael Maar „Die Schlange im Wolfspelz“, S. 176

Ein Gentleman in Moskau

„Ein Gentleman in Moskau“ – Amor Towles

📕 Das Werk

In „Ein Gentleman in Moskau“ wird ein russischer Graf fast zum Tode verurteilt, dann jedoch als mildere Strafe unter lebenslänglichen Hausarrest in einem moskauer Traditionshotel gestellt. Der Roman beschreibt ausgehend von dieser Figur das allgemeine Weltgeschehen, sowie das Gesellschaftsleben im Russland der folgenden Jahrzehnte.


🔒 Meine Gedanken zu diesem Werk bezüglich…

Meinem Leben & Denken

Wir müssen uns nicht um ständige Veränderung bemühen, in der Hoffnung unser Leben damit interessanter zu machen, denn eine solche Veränderung erleben wir bereits alleine durch unsere Existenz in der Welt. Ein interessantes Leben wird durch Begegnungen mit anderen aufgebaut. Es geht nicht primär darum, wie man seinen Horizont erweitert, solange man nur darauf achtet, dass es irgendeine Form gibt, in der das geschieht.

Den angesprochenen Themen

Es ist sicherlich leichter, die Problematik des Weltgeschehens und die damit einhergehenden schweren Schicksale anderer aus einer kleinen, abgesicherten, eigenen Welt zu ertragen. Eine dem entgegengesetzte schwerere Ebene scheint dem Werk zu fehlen.

Dem Genre

Einer der besten Romane, die ich in diesem Jahr (oder sogar in diesem und dem letzten Jahr) gelesen habe. Ein Werk, das von seinen Personen lebt und nicht von einer Handlung. Ein Werk, das dabei dem Leser dennoch das Gefühl gibt, eine Zeitreise durch weltbewegende Geschehnisse erlebt zu haben. Die Handlung entsteht nicht durch das Handeln der Personen, sondern durch das Fühlen und Denken der Personen.


🖇 Weitere Fragen und Antworten

Vergleichbare Autoren & Werke

  • Colum McCann „Die große Welt“

📌 Umsetzbare Ideen

  • Der „Selbstwert“ ist eine sehr persönliche Angelegenheit
  • Man entdeckt sich nicht selbst, wenn man sich lediglich mit seiner Person beschäftigt
  • Wir halten das Zeitgeschehen nicht auf, aber wir können unseren eigenen Weg im Storm der Zeit finden
  • Freundschaften gehören zu den wichtigsten Schwerpunkten im Leben
  • Ein erster Eindruck ist nur ein erster Eindruck
  • Alles, womit man sich persönlich identifiziert, sollte immer mit einer gewissen Distanz betrachtet werden

📈 Lieblingszitate

Der Graf war stolz auf sein maßgeschneidertes Jackett, aber sein größerer Stolz war es zu wissen, dass ein Gentleman durch seine Haltung, seine Bemerkungen und seine Manieren Eindruck machte. Nicht durch den Schnitt seines Jacketts.

Towles, Amor. Ein Gentleman in Moskau: Roman (German Edition) (S.54). Ullstein eBooks. Kindle-Version.


Von Natur aus sind Menschen so launisch, so komplex, so herrlich widersprüchlich, dass sie nicht nur unsere ganze Aufmerksamkeit verdienen, sondern auch unsere wiederholte Betrachtung – und unsere feste Entschlossenheit, ein Werturteil zurückzuhalten, bis wir den Menschen in den verschiedensten Umständen und zu allen Tageszeiten erlebt haben.

Towles, Amor. Ein Gentleman in Moskau: Roman (German Edition) (S.155). Ullstein eBooks. Kindle-Version.


Möchte jemand an den Ort zurückkehren, der ihm einst lieb und teuer war und den er Jahrzehnte nicht gesehen hat, würden weise Stimmen ihm davon abraten.

Towles, Amor. Ein Gentleman in Moskau: Roman (German Edition) (S.556). Ullstein eBooks. Kindle-Version.


Vielen Dank für eure Zeit! Grüße, Leonie 🙂

0/5 Sterne

Hallo da draußen und willkommen zurück auf Literarisches!

Neulich habe ich in einem Instagram Post einen kurzen Beitrag – beziehungsweise einen kurzen Gedankengang, denn die Bildunterschriften von Instagram Posts eigenen sich leider nicht ganz so gut für allzu lange Textbeiträge – darüber geschrieben, wie sich meine Sicht zu Buchbewertungen und zwar vor allem zu sehr knappen Bewertungen in der Form klassischer „so und so viel“ von „so und so viel möglichen“ Punkten verändert hat.

Ich habe schon immer gerne alles mögliche sortiert, organisiert und katalogisiert, was mir in meinem Leben und meinem Alltag in die Quere gekommen ist und so ist es relativ offensichtlich, dass ich bereits seit Jahren jährliche Leselisten führe, in denen ich notiere, welche Bücher, Texte oder Zeitschriften ich in eben diesem Jahr gelesen habe.

Irgendwann zwischen 2017 und 2019 habe ich damit angefangen diesen Listen, die lange wirklich nur aus dem Titel der Texte bestanden, immer mehr Kategorien hinzuzufügen, mit dem Ergebnis, dass aus meinen Leselisten irgendwann ganze Tabellen und halbe Rezensionen wurden, ohne dass ich diese jemals wirklich weiter nutzte.

Zwar würden die ein oder anderen „Productivity Gurus“ nun vielleicht etwas einwerfen wie „Ist ja super, dann kannst du nach jedem Lesen gleich ganz einfach eine Rezension schreiben!!“, aber das sollte niemals das Ziel meiner Listen werden. Eine Leseliste ist für mich eben doch keine Blogbeitragschreibmaschine, sondern nur eine bescheidene kleine Liste der Bücher und Texte, die mich über ein Jahr begleitet haben.


Nachdem ich also im Laufe der Zeit immer weniger Freude daran fand meine Leseliste auszufüllen, begann ich zu hinterfragen, welchen Sinn die Vielzahl an Kategorien, die ich einem Buch in dieser zuordnete, überhaupt hatte.

Das Ziel dieser Kategorien im Allgemeinen ist eines, das ich bis heute sehr schätze und auch so weiter verfolge, denn ich mag es zu wissen, dass ich beispielsweise auf einen Blick sehen könnte, welche Bücher ich jemals (in den letzen Jahren jedenfalls) zu einem abstrakten oder konkreten Thema gelesen habe. Solche Sortiereungen machen mir zum einen einfach Spaß, haben sich aber zum anderen auch schon als sehr praktisch, zeitsparen und sinnvoll erwiesen.

Dennoch wurde mir auch klar, dass nicht jede dieser Kategorien wirklich notwenig ist um einen Überblick zu erhalten und ganz im Gegenteil, füge ich zu viele zu konkrete Kategorien hinzu, so entstehen genau diese thematischen Verbindungen irgendwann nicht mehr.


Die andere Kategorie, deren Sinn ich noch nie ganz verstanden hatte waren Sternebewertungen. Diese simplen und (natürlich ohne Frage) praktischerweise sehr konkreten Einteilungen von Büchern in verschiedene Punktekategorien, habe ich eigentlich nur übernommen, da ich sie bei so vielen anderen Viellesern und Apps wie Goodreads immer wieder gesehen hatte; also muss das ja wichtig sein, dachte ich mir.

Zwar eigenen sich solche Bewertungen sehr gut für Beiträge wie „Meine Top 10 Bücher 2021“ (was auch der Grund ist, weshalb ich diese Kategorie immer noch weiterführe), aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich einfache Sternebewertungen von Texten eben doch nichts weiter sind als eine kurze, sehr intuitive oder unnötig verkomplizierte Einordnung, die uns aber nichts weiter sagt. Seitdem versuche ich viel mehr einen Text oder ein Buch über andere Grundlagen einzuschätzen und zu bewerten und von „ich mag es – ich mag es nicht“ Kategorien oder von der Skala von 0 bis zum perfekten Buch 5 immer weiter abzuweichen.

Denn gerade, weil ich persönlich dazu tendiere fast jedes Buch grundsätzlich zu mögen, einfach da es ein Buch ist, hatte ich schon immer Schwierigkeiten Texte auf diese Weise einzordnen. Außerdem, welchen Unterschied macht es schon, ob ich ein Buch mit 2 von 5, 3,5 von 5 oder 7 von 10 Punkten einordne?

Ich hoffe dieser Beitrag war interessant und unterhaltsam!

Vielen Dank fürs Lesen, ich wünsche euch eine schöne Woche!

„Gentleman Jack“ Anne Lister – Meine Leseempfehlungen

Zu meinen liebsten, weniger bekannten, Persönlichkeiten der Geschichte gehört definitiv Anne Lister.

Anne Lister lebte im viktorianischen England und machte sich durch ihre überlieferten Tagebuchaufzeichnungen bis heute einen Namen in der Weltgeschichte und gerade auch in der LGBTQ+ Community.

Die Bekanntheit hat vor allem einen Grund, denn Anne Lister, genannt „Gentleman Jack“, war, was die Erwartungen ihrer Zeit an eine Dame anging, alles andere als konform. Sie reise viel, las viel, hatte ein großes Interesse an Medizin und Anatomie und „heiratete“ Anne Walker im Jahr 1834 in der Holy Trinity Church in York.

Neben Anne Listers Biographie an sich sind es gerade die zugehörigen Tagebucheinträge, die überhaupt erst dazu führten, dass ich heute diesen Blogbeitrag schreiben kann. Statistisch betrachtet gehören ihre Aufzeichnungen, die sie seit jungen Jahren in eigens dafür gefertigten Tagebüchern anfertigte, zu den längsten fortlaufenden historischen Kommentaren der Geschichte. Teile der Tagebücher sind darüber hinaus außerdem chiffriert geschrieben und wurden erst Stück für Stück entschlüsselt.

Da ich grundsätzlich eine große Liebhaberin historischer, originaler Aufzeichnungen bin, wird es nicht überraschen, dass ich bereits einige Bücher rund um Anne Listers Leben und Tagebücher verschlungen habe, die ich alle aus unterschiedlichen Gründen empfehlen kann.

Grundsätzliche halte ich für sinnvoll zwischen zwei Arten der biographischen Darstellung rund um Anne Lister zu unterscheiden, denn zum einen gibt es solche Bücher, die ihr Leben größtenteils biographisch und erzählerisch darstellen und solche, die sich stärker an den originalen Tagebücher orientieren.

„Anne Lister – Eine erotische Biographie“ (Angela Steidele)

„Anne Lister – Eine erotische Biographie“ gehört zu den biographischen Werken um Anne Lister und stellt ihr Leben vor allem aus der Perspektive Dritter dar. Während das einerseits ein guter Weg ist um viel über das Leben Listers zu erfahren, bleiben ihre eigentlichen Gedanken und Lebenseinstellungen, von denen gerade die Tagebucheinträge profitieren, leider außen vor.

Dennoch gibt diese Art der Erzählung einen guten Einblick darauf , wie Anne Lister zu Lebzeiten von vielen gesehen werden musste, eine Tatsache, die wiederum in den Tagebüchern oft vergessen wird.

Trotz allem finde ich es schade, dass viele der Kritikpunkte die in „Anne Lister – Eine erotische Biographie“ angesprochen werden, durch das autobiographische Werk Anne Listers, in dem sie sich vielen dieser Kritikpunkte sogar selbst bewusst ist, eine Erklärung finden könnten.

„The Secret Diaries of Miss Anne Lister – I Know My Heart“ (Helena Whitbread, Anne Lister)

Dieses Buch gehörte zu den ersten, in denen die Tagebücher Anne Listers neu aufbereitet und dargestellt wurden.

Größtenteils besteht „The Secret Diaries of Miss Anne Lister – I Know My Heart“ aus originalen Aufzeichnungen von Anne Lister, die teilweise durch biographische Erklärungen und Zusammenfassungen komplettiert werden.

Für mich persönlich war dieses Buch das beeindruckendste und interessanteste über Anne Lister. Es war nach Angela Steideles Biographie das zweite, welches ich gelesen hatte und gerade die originalen Tagebuchabschriften faszinierten mich besonders.

Sollte ich eine spezielle und nur eine Leseempfehlung abgeben, würde ich mich für dieses Buch entscheiden, denn es gibt dem Leser einen perfekten Einblick in das Leben, das Umfeld und den Werdegang Anne Listers.

Auch die folgenden Leseempfehlungen um Anne Lister basieren erzählerisch auf dem gleichen Prinzip, wie „The Secret Diaries […]“ und sind aus denselben Gründen höchst empfehlenswert.

„The Secret Diaries of Miss Anne Lister – No Priest but Love“ ist gewissermaßen die Fortsetzung des ersten Werks um Anne Lister von Helena Whitbread.

„Gentleman Jack: The Real Anne Lister“ wurde von Sally Wainwright und Anne Choma verfasst und im Zuge der Serie „Gentleman Jack“ herausgegeben.

Da beide Autorinnen in großen Teilen mit den Originaltexten arbeiten und eng an der filmischen und textnahen Umsetzung des autobiographischen Werks beteiligt sind, gibt dieses Werk einen besonders guten Einblick in die Gedankenwelt Anne Listers.

Neben meiner ersten großen Empfehlung wäre „Gentleman Jack: The Real Anne Lister“ sofort meine nächste Wahl.

Ich hoffe ich konnte mit dieser kleinen Zusammenstellung einen guten Einblick in die literarische Welt rund um Anne Lister geben. Habt eine schöne Woche!

Von Hegel bis Poe – Leseempfehlungen Februar 2021

Willkommen zu meinem neuen Beitrag und einem Format, welches sich für diesen Monat sehr gut angeboten hat: Monatliche Leseempfehlungen. Ich hatte diesen Januar ungewöhnlich viel Zeit zum Lesen, was auch daran lag, dass ich mir eben diese viel bewusster genommen habe, und meine Leseliste 2021 ist bereits jetzt ein ganzes Stück gewachsen.

Ich möchte euch in diesem Beitrag also eine Shortlist der Werke vorstellen, die mir besonders im Kopf geblieben sind. Viel Spaß beim Lesen 🙂

„Die besten Geschichten“ Edgar Allan Poe

„I know not how it was – but, with the first glimpse of the building, a sense of insufferable gloom pervaded my spirit“ (The Fall of the House of Usher)

Diese Sammlung an Werken Poes ist ursprünglich eigentlich nur in meinen Händen gelandet, da ich vergessen hatte, dass ich tatsächlich bereits eine Poe Sammlung besitze und gerade sowieso dabei war etwas im Internet zu bestellen.

Letztendlich führte das aber glücklicherweise dazu, dass ich mit Poe einen neuen Autor für mich entdeckt habe, denn obwohl ich bereits die eben erwähnte Sammlung auf meinem Regalbrett stehen habe und auch in der Vergangenheit die ein oder andere Kurzgeschichte Edgar Allan Poes gelesen hatte, habe ich ihn als Autor nie weiter beachtet. Eine Tatsache die sich seit ein paar Tagen deutlich geändert hat, denn ich war begeistert.

Poe Fans werde ich mit dieser Rezension also wirklich nichts Neues erzählen, aber allen, die sich für dunkle Romantik, viktorianische Privatdetektive und Mystisches interessieren, kann ich es nur wärmstens ans Herz legen, sich auch einmal mit Edgar Allan Poe zu befassen.

„Krieg und Frieden“ Lew Nikolajewitsch Tolstoi

„Unsinnig! … Unsinnig! … Der Tod! … Lüge! …“ (Krieg und Frieden)

Es wäre wahrscheinlich gar keine vollständige Leseempfehlung meinerseits, würde ich nicht den obligatorischen Klassiker der Weltliteratur mit einbeziehen. Meine Wahl für diesem Monat fiel dabei auf „Krieg und Frieden“, einen Roman, den zu lesen ich mich relativ spontan entschloss, nachdem ich zuvor lange Zeit auf der Suche nach einer schönen alten Ausgabe war. (Die Ästhetik muss schließlich auch stimmen).

Eine solche Ausgabe habe ich bei diversen Antiquariatsbesuchen jedoch nie gefunden und so habe ich das Werk erst wieder vergessen und dann durch eine Leserezension auf Instagram „wiederentdeckt“. Da es viele Klassiker, eBooks sei Dank, meist digital und kostenlos gibt, saß ich relativ schnell mit genügend Lesestoff für einige Tage im Sessel und tauchte ein in die Welt und Erzählung Tolstois.

„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ Miriam Junge

„Einzelne Bausteine machen in der Summe ein großes Ganzes.“ (Miriam Junge)

„Kleine Schritte mit großer Wirkung“ ist ein klassisches Self Help Buch, dessen Inhalt mich zugegebenermaßen nur an wenigen Stellen wirklich überrascht hat. Das Grundprinzip bleibt hier erwartungsgemäß das Selbe: Kleine aber stetige Handlungen führen im großen Bild zu einem vielversprechenden Ergebnis.

Obwohl ich persönlich aus diesem Buch nicht all zu viel Neues für mich erfahren konnte, halte ich die meisten Inhalte, Erklärungen und Tipps doch für sehr sinnvoll und richtig und vor allem auch alltagstauglich anwendbar. Insgesamt ist „Kleine Schritte mit großer Wirkung“ also in jedem Fall ein gelungener Ratgeber.

Ordeal by Innocence“ Agatha Christie

„Justice is, after all, in the hands of men and men are fallible.“ (Ordeal by Innocence)

Für mich ist Agatha Christie definitiv die unangefochtene (die oft angefochtene, aber nie erreichte) „Queen of Crime“ und so ist es nicht verwunderlich, dass ich auch über „Ordeal by Innocence“ nur Gutes sagen kann.

Der Roman kam vergleichsweise neu in meine, mittlerweile doch recht große, Christie Sammlung, verbrachte aber dennoch ein gutes Jahr ungelesen auf meinem Regal, bevor ich ihn in der letzen Woche endlich hervorholte.

„Ordeal by Innocence“ erschien zum ersten Mal im Jahr 1958 und wurde vor drei Jahren auch als Fernsehserie verfilmt. Die Geschichte des Romans verbindet die klassischen Elemente einer Kriminalgeschichte mit den für Agatha Christie typischen handlungstechnischen Wendungen und exzentrischen Figuren. Für mich gehört der Roman definitiv zu meinen Favoriten ihrer Werke!

Ich hoffe diese Auflistung meiner liebsten Werke der letzen Monate konnte euch vielleicht die ein oder andere Leseinspiration liefern! Vielen Dank fürs Lesen!

Die Shortlist meiner Leseliste für 2021

Es wäre eine Lüge zu sagen, die folgenden acht Bücher und Autoren würden dem Umfang meiner zukünftigen Leseliste auch nur annähernd nahe kommen, dennoch handelt es sich bei diesen Werken um solche, die ich unbedingt in naher Zukunft gelesen haben möchte.

Im Vergleich zu meinen anderen sogenannten „tbr“s („tbr“ = „to be read“) besteht diese Shortlist größtenteils aus Büchern, die ich als Empfehlungen in anderen Texten oder von anderen Bloggern entdeckt habe, weshalb sie auch lesetechnische Priorität erlangen konnten.

9 1/2 perfekte Morde: Wenn Schuldige davon kommen – Ein Strafverteidiger deckt auf

„Zweifellos hat es perfekte Morde gegeben, sonst wüsste man ja etwas von ihnen.“ (Alfred Hitchcock)

„9 1/2 perfekte Morde“ von Alexander Stevens habe ich über Elena Handtrack entdeckt und ich fand das Konzept des Buches sofort so interessant, dass es mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Gerade auch, da ich mich 2021 mehr mit juristisch angehauchten, beziehungsweise inspirierten, Texten befassen möchte, passt „9 1/2 perfekte Morde“ perfekt auf meine Leseliste 2021.

Philosophisches Taschenwörterbuch

„Ich bin nicht einverstanden mit dem, was Sie sagen, aber ich würde bis zum Äußersten dafür kämpfen, dass Sie es sagen dürfen.“ (Voltaire)

Mein Wunsch Voltaires berühmtes „Philosophisches Taschenwörterbuch“ zu lesen entsprang meinem „Kulturgeschichte der Menschheit“-Marathon gegen Ende von 2020. In dem Band aus Will und Ariel Durants Reihe, der dem Zeitalter Voltaires gewidmet ist, wurde das „Philosophische Taschenwörterbuch“ mehrmals erwähnt und ist infolgedessen schnell auf meiner 2021 tbr-Liste gelandet.

Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren

Auch an diesem Werk sieht man wieder deutlich, dass ich mich in diesem Jahr nicht nur mit „der Juristerei“, sondern auch mit „der Philosophie“ beschäftige. Ich muss zugeben, dass ich nicht mehr genau weiß wie „Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren“ in die Sammlung meiner Wunschbücher für 2021 gekommen ist, aber bei erneutem Durchlesen schien das Werk plötzlich aufgetaucht zu sein. (Anmerkung: Bei genauerer Recherche habe ich erfahren, dass „Über die Kunst, nüchtern und präzise zu philosophieren“ ein Werk des Philosophen Anton Wilhelm Amo ist. Dieser war ein schwarzer Philosoph der Gegenwart, sein Werk scheint auf den ersten Blick jedoch leider entweder verschollen, oder nur sehr schwer auffindbar. Ich werde mich dennoch weiter auf die Suche begeben.)

Die Tsantsa Memorien

„Was einmal ein Objekt der Kultur war, ist immer auch ein Objekt der Barbarei. Und wenn wir das bedenken, dann gehen wir vielleicht vorsichtiger, mitleidiger und emphatischer mit der Welt um.“ (Jan Koneffke zitiert Walter Benjamin)

„Die Tsansta Memorien“ von Jan Koneffke erschienen im September letzen Jahres und bereits seit Dezember 2020 befindet sich der Roman auch bereits bei mir zu Hause. Trotz dieser mehr oder weniger perfekten Vorbereitung bin ich seitdem noch nicht über Seite eins herausgekommen. Es bleibt also ein spannendes Leseprojekt für dieses Jahr.

Shanghai ’37

„Berlin war so herrlich lebendig, so geladen mit einer seltsamen Elektrizität“ (Vicki Baum)

Vicki Baums „Schanghai ’37“ fiel mir vor allem aufgrund meiner sofortigen Assoziation mit der wunderbaren Marlene Dietrich in „Shanghai Express“ ins Auge. Danach war es die Biographie der Autorin selbst, eine der bekanntesten der Weimarer Republik, die mein Interesse weiter weckte.

The Handmaid’s Tale

„Don’t let the bastards grind you down.“

Es gibt wenig bedeutendere Gründe hinter der Wahl von Margaret Atwoods Roman „The Handmaid’s Tale“, als die bloße Tatsache, dass ich mittlerweile so oft davon gehört habe, dass ich mich mittlerweile selbst einmal mit dem Werk befassen möchte.

Clarice Lispector

„I only achieve simplicity with enormous effort.“

In diesem Fall ist es kein spezielles Werk, kein spezieller Roman, sondern eine Autorin, die mich fasziniert. Ende letzten Jahres las ich in der Zeit einen Artikel über die brasilianische Schriftstellerin und habe es mir seither zum Ziel gesetzt mindestens eines ihrer Werke, bevorzugt einen Roman oder eine Kurzgeschichte, zu lesen.

John Le Carré

„Einmal ein Spion, immer ein Spion – Ich glaube das ist vollkommen richtig.“

Wieder war es ein Zeitungsartikel, der mein Interesse an einem, mir bis dato unbekanntem, Autoren wecke. John Le Carré, selbst ein Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes, wurde um 1960 mit seinen Agentenromanen zu einem der erfolgreichen Schriftstellern des Genres. Für mich persönlich war dies Grund genug, einen genaueren Blick auf seine Werke zu werfen, vor allem da ich auch in der Vergangenheit immer wieder eine besondere Schwäche für Spionageromane hatte.

Bücher für lange Winterabende

Es wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben, weshalb es gerade Winternächte sind, in denen Texte und Bücher eine völlig neue Unterhaltungsebene zu erreichten scheinen.

Hier also ein Liste, der Bücher, die ich für eben diese Momente besonders empfehlen kann.

Mord im Orient Express

„My name is Hercule Poirot and I am probably the greatest detective in the world“

Agatha Christie schrieb „Mord im Orient Express“ (im Originalen „Murder on the Orient Express“), einen Kriminalroman rund um den genialen Hercule Poirot im Jahr 1933. Spätestens seit der spektakulären Neuverfilmung 2017 wird den meisten wenigstens die ungefähre Handlung ein Begriff sein und ich bin mir sicher, dass jeder der an dieser Verfilmung Gefallen fand, auch das Original schätzen wird. Neben Werken wie „Alibi“ und „And Then There Were None“ gehört „Mord im Orient Express“ für mich persönlich zu den absoluten Meisterwerken Agatha Christies, auch wenn diese Wahl manchen eventuell zu offensichtlich erscheinen könnte.

Die Atmosphäre und Spannung, die in „Mord im Orient Express“ rund um Detektiv und Mord gewoben wird ist prädestiniert dafür, an winterlichen Nachmittagen verschlungen zu werden.

Die Brüder Karamasow

„Das Leben ist ein Paradies, und alle sind wir im Paradiese, wir wollen es nur nicht wahrhaben; wenn wir es aber wahrhaben wollten, so würden wir morgen im Paradiese sein.“

„Die Brüder Karamasow“ wurden von Fjodor Michailowitsch Dostojewski gegen Ende des 19. Jahrhunderts verfasst und sind somit, eine Information für alle Liebhaber des autobiographischen Lesens, ein Werk, das gewissermaßen von den letzten Schaffensjahren des russischen Schriftstellers geprägt wurde.

Für mich sind „Die Brüder Karamasow“ ein Lebenswerk in jeder Hinsicht. Zum einen Aufgrund des Autors selbst, zum anderen aufgrund der Handlung und der Charaktere, aber auch, da es ein Werk ist, welches ich vermutlich lange Zeit selbst als einen der Romane nennen werde, der mich auch nach dem Lesen immer weiter begleitet.

„Die Brüder Karamsow“ ist ein Werk für jeden, der historische Texte, Klassiker der Weltliteratur, philosophische Gespräche und tiefgreifende Figurendynamiken zu schätzen weiß.

Meditationes de prima philosophia

„Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“

In meinem letzen persönlicheren Blogbeitrag habe ich bereits den oft zitierten Ulmer Winter von René Descartes angesprochen und „Meditationes de prima philosophia“ ist das passende Werk hierzu. Der Legende nach entstanden während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges, als Descartes in einem besonders harten Winter in der Umgebung von Ulm gestrandet war, unter Umstände die Ursprünge seiner Erkenntnistheorie.

Aufgrund dessen ist wohl kaum ein philosophisches Werk besser als winterliche Lektüre geeignet, als ein solches, welches dort seine Wurzeln fand.

Anna Karenina

„Als ob ihr Wesen von irgendeinem Übermaß derart übervoll wäre, dass es gegen ihren Willen bald im Funkeln des Blicks, bald im Lächeln zum Ausdruck käme.“

Um ein letztes Mal in diesem Beitrag bei den großen russischen Autoren zu bleiben, hier ein weiterer literarischer Klassiker, den man sicherlich nicht gelesen haben *muss*, den gelesen zu haben aber durchaus eine Bereicherung sein kann.

Ich selbst hielt Leo Tolstois „Anna Karenina“ lange Zeit für einen Roman, dem ich nicht abgewinnen werden könnte, jedoch wurde ich während des Lesens schnell eines besseren belehrt. Ähnlich wie „Die Brüder Karamasow“ wird dem Leser auch in diesem Werk eine unglaubliche Sprachgewalt voller Leben gezeigt, die man schnell lieben lernt.

Der Zauberberg

„Prägen Sie sich immerhin ein, daß Toleranz zum Verbrechen wird, wenn sie dem Bösen gilt.“

Da ich es auf diesem Blog unter Umständen noch nicht erwähnt habe, hier die offizielle Bekanntmachung: Ich bin ein großer Liebhaber der Werke Thomas Manns. Kann ich diese Aussage treffen, da ich jedes einzelne seiner Werke gelesen und geliebt habe? Nein. Aber die Tatsache, dass ich bis heute keinen Text und keinen Roman von Mann gelesen habe, dem ich nichts abgewinnen konnte, spricht für sicht.

Auch „Der Zauberberg“ gehört zu den Romanen, die ich liebe, da sie sich über eine Ewigkeit zu erstrecken scheinen. (Freunde schnelllebiger Texte, werden das Werk also wahrscheinlich ehr in Auszügen schätzen können.) Es vereint eine Vielzahl an Themen rund um das Leben, Lieben, Denken und darüber hinaus. Darüber hinaus gibt es in „Der Zauberberg“, wie es sich für mich in einem guten Roman gehört, einen Erzähler, der auf bestimmte weise überraschend detailliert beschreibt, sodass man als Leser in die Welt des Romans förmlich hineingezogen wird.

Bücher, die man 2021 gelesen haben sollte

Dies ist eine kleine Übersicht über die Bücher, die ich momentan besonders häufig weiter empfehle und die mich in den letzten Jahren auffällig oft begleitet haben. Wer also noch Inspiration für die diesjährige Leseliste sucht, ist hier herzlich willkommen.

Ich hoffe ich kann mit ein paar meiner Empfehlungen eure literarischen Vorsätze für 2021 etwas bereichern und wünsche euch allen ein schönes neues Jahr!

Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der berühmten Supreme-Court-Richterin

„When there are nine.“

Helena Hunt brachte diese Sammlung kurzer und längerer Zitate Ruth Bader Ginsburgs rund um das Leben, das Recht und die Gesellschaft im September letzen Jahre heraus und nur wenige Monate später lag es bereits bei mir auf dem Schreibtisch. Neben den, ohne Frage, grandiosen „Statements“, hat mir überdies auch sehr gefallen, wie immer wieder auf bekannte Fälle und den (akademischen) Lebenslauf Ruth Bader Ginsburgs eingegangen wurde. Dieses Buch ist definitiv eine Empfehlung für jeden, der sich mehr mit Recht, Feminismus, Gleichstellung oder auch ganz im Allgemeinen mit bedeutenden Personen dieses Jahrhunderts auseinandersetzen möchte.

The Colour of Time – A New History of The World, 1850-1960

„The world has always been as vivid, immediate and colourful as it seems to us today.“

Irgendwo zwischen Bildband (wählt man die gebundene Ausgabe) und geschichtlichem Weltatlas findet sich „The Colour of Time“. Ein Buch, in welchem Marina Amaral und Dan Jones in doppelseitigem Format die bedeutendsten Ereignisse und Personen der Jahrzehnte von 1850 bis 1960 darstellen. Während die Texte selbst in ihrer Funktion als kurz zusammengefasste Erklärung ihre Hauptfunktion bereits erfüllt haben, was soll man auch mehr verlangen, sind es gerade die Photographien gewesen, die „The Colour of Time“ seinen besonderen Reiz verschafft haben. Jedes einzelne diese Bilder war aufwändig koloriert worden und allein aufgrund dieser Tatsache, trat jedes historische Geschehen mit besonderer Bedeutungsgewalt hervor.

Garten über dem Meer

„Ich habe schon immer gerne erfahren, was den Leuten so alles passiert, und das nicht etwa, weil ich neugierig wäre…Eher, weil ich Menschen mag […]“

Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich vor dem Lesen von Mercé Rodoredas Roman „Garten über dem Meer“ noch nie weder von Werk noch Autorin gehört hatte. (Es war letztendlich tatsächlich der Einband der wunderschönen Schmuckausgabe gewesen, der mich zum Lesen bewegt hatte.) Hätte Agatha Christie ein Werk im Stil Thomas Manns geschrieben, das Ergebnis wäre wahrscheinlich mit „Garten über dem Meer“ vergleichbar gewesen und das kommt in meiner persönlichen Bewertungsskala einem der Höchstpunktzahl gefährlich nahe kommendem Ergebnis gleich.

Durant – Kulturgeschichte der Menschheit

„Bildung ist eine zunehmende Erkenntnis der eigenen Dummheit“

Mitte Oktober habe ich mich gewissermaßen an das literarisches Selbstexperiment gewagt Will und Ariel Durants „Kulturgeschichte der Menscheit“ bis Weihnachten zu lesen. Fazit: Es ist möglich! Ich war von jedem Text aufs Neue begeistert. Der überaus detaillierte Überblick über bekannte, oder auch bedeutende aber weniger Bekannte, Personen und Werke der Weltgeschichte, wer der Punkt, der diese Reihe für mich so besonders gemacht hat. Diese knapp 20 Bücher scheinen einen Wissensumfang zu beinhalten, der einem Vielfachen dieser Menge ohne Weiteres entspricht.

Kaffee und Zigaretten

„Vor 54 Jahren, am Tag meiner Geburt, verhängte die Liga der Arabischen Staaten einen Import-Boykott über einen englischen Hersteller von Regenmänteln, die Firma Burberry.“

Ferdinand von Schirachs neuestes Werk erschien zu Beginn dieses Jahres und ich hätte wahrscheinlich nie dannach gegriffen, wäre es mir nicht mehrmals von Freunden empfohlen worden. Nach dem Lesen schließlich bereute ich fast von Schirach als Autor nicht bereits früher „entdeckt“ zu haben. („Entdeckt“ hier in Anführungszeichen, denn wir erinnern uns, ich musste zu meinem Glück gezwungen werden.) „Kaffee und Zigaretten“ liest sich wunderbar es war eines dieser Werke, die ich so liebe, weil sie Lebensgeschichten gekonnt anskizzieren und verweben. Der Leser erhält hier Einblicke in Facetten einer Autobiographie, die einen mit nachdenklichem Blick auf das Leben selbst zurücklassen.